Kripo informiert an der Realschule im Stiftland über Smartphone-Nutzung
„Bleiben Sie in Kontakt!“

Stefanie Carrera von der Kripo Weiden bei ihrem Vortrag in der Realschule im Stiftland. Bild: exb
Vermischtes
Waldsassen
20.03.2017
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Das Angebot hatte der Elternbeirat organisiert: Um die Gefahren im Umgang mit modernen Medien ging es jetzt bei einem Vortrag an der Realschule im Stiftland. Stefanie Carrera von der Kripo Weiden rückte das Smartphone als internetfähiges Handy ins Zentrum ihres Vortrages und appellierte an die Eltern: "Hier geht es um etwas Wichtiges - nämlich unsere Kinder!" Realschuldirektorin Kerstin Janke betonte, dass der Umgang mit Medien immer eine von vielen Beschäftigungen sein sollte - darüber hinaus zeitlich begrenzt.

Zugleich räumte die Schulleiterin ein, dass Erwachsene in diesem Bereich oftmals weit hinter den Kindern zurückliegen - und sprach damit so manchem Elternteil aus der Seele. Das Einstiegsalter für ein Smartphone liege etwa bei 10 Jahren. Einen Internetzugang außer Haus hält die Kriminalhauptkommissarin für problematisch. Eltern müssten mit ihrem Kind über die Gefahren sprechen und Regeln aufstellen. Dies schließt eine Handy-Kontrolle nicht aus. Dabei rückte Carrera das Miteinander von Eltern und Kind in den Mittelpunkt ihres Vortrages.

"Kinder brauchen im Umgang mit modernen Medien Unterstützung. Begrenzen Sie den zeitlichen Umgang mit dem Handy und stellen Sie PC und Laptop nicht ins Kinderzimmer. Hier ist das Kind mit den Gefahren oft stundenlang allein", betonte Carrera. Allein Kettenbriefe mit ihren versteckten Drohungen bringen Kinder häufig unter Zugzwang, können verstörende Wirkung erzeugen oder gar Zukunftsängste auslösen. Beim Schießen von Selfies und der Konversation unter Freunden mahnte die Referentin zur "Chattikette". Cybermobbing ist neben dem Opfer immer auch von Tätern gekennzeichnet. Im Präventions-Gespräch lassen sich von Elternseite grundlegende Erziehungsfragen wie Moralvorstellungen und respektvoller Umgang untereinander klären und einüben.

Schimpftirade live im Netz


Eine relativ neue Entwicklung im Bereich der modernen Medien: die Plattform "You Now. Kinder und Jugendliche zeigen sich und ihr Leben in den eigenen vier Wänden in Echtzeit weltweit - mit ungeahnten Folgen, wie etwa Verletzungen gegen das Urheberrecht aufgrund abgespielter Musik im Hintergrund. Auch die elterliche Schimpftirade über das unaufgeräumte Zimmer lande so als Livestream im Netz. (Info-Kasten)

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Weitere Informationen:

www.computersuchthilfe.info www.klicksafe.de www.irights.info www.saferinternet.at/leitfaden

Gewalt, Pornografie und ExtremismusStefanie Carrera ist bei der Kripo Weiden Fachberaterin für verhaltensorientierte Prävention. Kinder sollten beim Surfen im Netz nicht landen bei Gewalt, Pornografie und Extremismus - verbotene Inhalte im Internet. Immer wenn Gewalt in menschenverachtender und verharmlosender Darstellung nicht der Dokumentation einer Sachlage diene, greifen Paragrafen des Strafgesetzbuches. Den meisten Kindern und Jugendlichen sei nicht bewusst, dass die Weitergabe von Gewaltdarstellungen oder Pornografie an Minderjährige verboten sei. Dies gelte bereits für eine unaufgeforderte Zusendung. Hier rät Carrera zur Aufklärung im Gespräch mit dem Kind. Wichtig sei, das Kind bei schlechten Erfahrungen nicht alleine zu lassen. Ein weiterer Gefahrenbereich seien Aktivitäten bei Internet-Tauschbörsen, bei denen oftmals urheberrechtlich geschützte Dateien verbreitet, geteilt und getauscht werden. Eltern könnten haftbar gemacht werden, wenn sie vor Gericht nicht glaubhaft vermitteln können, mit ihren Kindern Präventionsgespräche darüber geführt zu haben. Aber auch bei Kauf und Nutzung von Filmen und Spielen mit Altersbeschränkung stehen Erziehungsberechtigte in der Verantwortung. Der Konsum von Killer- und Onlinespielen im zeitlichen Rahmen von 3 Stunden täglich und 6 Stunden am Wochenende sollte bei Eltern Warnglocken im Hinblick einer Spiele- oder Online-Sucht läuten lassen. (exb)
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