Mohannad-Al Dous bewältigt schweres Schicksal
Hoffnung auf bessere Zukunft

Der Spruch im Hintergrund passt perfekt: Die Begegnung mit dem syrischen Flüchtling Mohannad-Al Dous (vorne Mitte) hat auch bei den Mitarbeitern der Orthopädischen Reha-Klinik Waldsassen positive Spuren hinterlassen: Stehend von links Christian Jerassek, Elisabeth Eißner, Monika Grötsch und Alexander Schütz sowie sitzend (von links) Ilona Heindl und Felix Ehmann. Bild: Kliniken Nordoberpfalz AG
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Waldsassen
15.10.2016
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Mohannad-Al Dous kommt aus dem inzwischen völlig zerbombten Aleppo und hat ein schweres Schicksal zu meistern. Er verlor seine Familie, wurde mehrmals angeschossen und bei der Operation in Jordanien medizinisch falsch versorgt.

Waldsassen/Weiden. Die Folge: Der 26-Jährige konnte nicht mehr laufen, ehe er über Umwege schließlich im August in der Weidener Orthopädie- und Unfallchirurgie der Kliniken Nordoberpfalz AG operiert wurde. Heute kann Mohannad-Al Dous auch dank der Maßnahmen in der Orthopädischen Klinik in Waldsassen schon wieder zügig mit Unterarm-Gehstützen laufen, heißt es in einer Pressemitteilung der Kliniken AG.

Was ebenso wichtig ist: Mohannad-Al Dous spricht richtig gut Deutsch. Dazu haben Mitarbeiter und Schüler der Physiotherapie beigetragen: Sie entschlossen sich, dem Patienten neben den täglichen Reha-Einheiten in ihrer Freizeit und während der Therapie einen Sprachkurs zu geben. "Hawadere - wia gäihts da?", lacht Mohannad-Al Dous bei der Begrüßung in bestem Oberpfälzer Dialekt. "Aber ich kann nur diesen beiden Sätze", scherzt der Syrer, der dann in bestem Hochdeutsch anfügt: "Ich bin sehr, sehr zufrieden hier. Mit der Behandlung, mit der Rehabilitation und natürlich mit dem Deutsch-Kurs." Mohannad-Al Dous spricht offen, lacht und engagiert sich - bei den physiotherapeutischen Übungen und bei allen Maßnahmen, die seine Integration in Deutschland vorantreiben. Nach seiner Rückkehr in die Flüchtlingsunterkunft in Mähring, wird er im MVZ Stiftland in Tirschenreuth seine weitere Reha bestreiten und zudem einen Deutsch-Kurs an der Volkshochschule besuchen. Denn künftig will der junge Mann in seinem erlernten Beruf als Mauerer arbeiten.

Holpriger Start


Dabei war Ende August der Start an der Orthopädie-Reha-Klinik in Waldsassen durchaus holprig. "Mohannad-Al Dous war verschlossen und zurückhaltend", erinnert sich Chefärztin Elisabeth Eißner. Erst nach und nach taute der 26-Jährige auf, mit ein Verdienst des Gießener Psychologie-Studenten Alexander Schütz, der sein Praktikum in Waldsassen ableistet, und zu dem er nach und nach Vertrauen fasste.

Dr. Elazzabi Iesa, der zurzeit in der Inneren Abteilung am Krankenhaus hospitiert, war ein weiteres Mosaiksteinchen für Mohannad-Al Dous immer besser funktionierende Integration. Der Arzt fungiert bei schwierigen Dingen als Dolmetscher, wobei sein Einsatz aufgrund der steigenden Deutsch-Kenntnisse des Syrers immer geringer wird. "Reha ist oft nur mehr als die blanke Medizin. Man muss auch den sozialen Kontext bei den Menschen beachten und beleuchten", weiß Chefärztin Eißner. Die kann sich dabei bestens auf ihr Team verlassen. Denn die Physiotherapeuten, Krankenschwestern und Auszubildenden Felix Ehmann, Ilona Heindl, Christian Jerassek, Monika Grötsch und Selina Burger ergriffen schließlich freiwillig die Initiative.

"Ich habe wahnsinnig viel gelernt und traue mich mehr und mehr, auf die Menschen zu zu gehen", sagt der Syrer: Wieder einmal lässt Mohannad-Al Dous, obwohl er es eigentlich noch nicht dürfte, seine Krücken stehen. Auch ein Zeichen, dass der junge Mann sein schweres Schicksal immer besser bewältigt.

Hawadere - wia gäihts da?Mohannad-Al Dous
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