Nach dem Chlorgas-Austritt
Wieder normaler Betrieb im Waldsassener Hallenbad

Unter den 132 Feuerwehrleuten waren auch speziell für Chemikalien-Unfälle ausgebildete Helfer, die ihre Ausrüstung auf Rollwagen zum Einsatzort brachten. Bild: kgg
Vermischtes
Waldsassen
19.12.2015
95
0

Nachdem der Bademeister ungewöhnlich starken Chlorgeruch in einem Technikraum bemerkt und Alarm geschlagen hatte, kam die Rettungs-Maschinerie in Gang: Über 130 Feuerwehrleute aus den Landkreisen Tirschenreuth und Wunsiedel sowie 15 Rettungskräfte - darunter drei Notärzte - waren am Donnerstag im Hallenbad im Einsatz, nachdem Chlorgas ausgetreten war (wir berichteten). Feuerwehrleute in speziellen Schutzanzügen suchten in der Technik nach dem Leck und entdeckten schließlich einen Schlauch, aus dem Wasser mit hoher Chlorkonzentration lief. Das Leck war am Nachmittag gegen 15.30 Uhr bemerkt worden. Es waren zu dieser Zeit noch keine Badegäste im Gebäude; die ersten kamen gegen 16 Uhr, zum Beginn der regulären Badezeit am Nachmittag. Die Besucher kamen aber nicht mehr durch den weiträumig abgesperrten Sicherheitsbereich. "Grenzwertig" sei die Chlorgas-Konzentration in der Raumluft gewesen, sagte Tobias Tippmann auf NT-Anfrage. Der Waldsassener Feuerwehr-Kommandant leitete den Einsatz, an dem auch auf Chemikalien-Unfälle spezialisierte Trupps beteiligt waren.

Die Polizei hatte vorsorglich die Anwohner gewarnt und gebeten, die Fenster zu schließen. Zusätzlich lief ein Warnhinweis im Radio. Der Kontakt mit Chlorgas verursacht beim Kontakt Augen- und Atemwegs-Reizungen und kann zum Ersticken führen. Der Zwischenfall im Hallenbad aber verlief glimpflich: Der 45-jährige Bademeister, der die größte Dosis abbekommen hatte und zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden war, ist laut Polizei am Freitag wieder entlassen worden. "Das ist gut gelaufen, die Zusammenarbeit war super", erklärt Tippmann über den Einsatz auf einem Gebiet, "... von dem man nicht viel weiß", wie der Kommandant sagt. Für die Feuerwehr aber seien Zwischenfälle mit Chemikalien kein Neuland. "Wir üben das ständig." Die Räumlichkeiten im Hallenbad seien ebenfalls von mehreren Einsatzübungen her bekannt. Jede Feuerwehr verfüge über ein Gas-Warngerät; mit Vorrichtungen für weitere Prüfverfahren könnten Nachbarwehren helfen. Jeweils vier Leute der Feuerwehren Waldsassen, Mitterteich und Tirschenreuth könnten mit den besonderen Chemikalien-Schutz-Anzügen ausgerüstet werden. (Info-Kasten)

Bei WartungsarbeitenDie Polizei nannte als Ursache des Störfalles eine "unsachgemäße Bedienung der Chlorgasanlage". Der Pressesprecher im Landratsamt Tirschenreuth, Walter Brucker, konkretisierte dies auf NT-Anfrage, sprach in diesem Zusammenhang von wiederkehrende Wartungsarbeiten. Dabei sei Chlorgas ausgetreten. Der Badebetrieb am restlichen Abend ausgefallen. "Aber jetzt ist alles wieder sauber", sagte Walter Brucker. Am Freitag war die kreiseigene Einrichtung nach einer gründlichen Reinigung am Nachmittag wieder geöffnet worden; am Wochenende gelten im Bad die gewohnten Öffnungszeiten. (pz)
Wir üben das ständig.Der Waldsassener Feuerwehr-Kommandant und Einsatzleiter Tobias Tippmann über Unfälle mit Chemikalien
Weitere Beiträge zu den Themen: Feuerwehr (1114)Chemikalien (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.