Neue Feuerwehr-Drehleiter
Fit am Leitstand und im Korb

Kommandant Tobias Tippmann am Leitstand der neuen Drehleiter, die am Samstag gesegnet wird. Der Rettungskorb mit dem Basilika-Motiv auf der Unterseite kann vornüber auf den Boden abgesenkt werden, was etwa bei Personenrettungen nützlich ist. In dem Stauraum hinterm Führerhaus sind diverse Zusatz-Geräte untergebracht - etwa eine Vorrichtung, auf der sicher Krankentragen befestigt werden können. Bild: pz
Vermischtes
Waldsassen
21.10.2016
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Gesteuert wird per Joystick. Doch leicht wie ein Kinderspiel ist der Umgang mit der Feuerwehr-Drehleiter L32A-XS nicht. Da braucht's dann schon echte Könner.

Das neue Fahrzeug wird diesen Samstagnachmittag am Feuerwehrgelände gesegnet. In den vergangenen Tagen sind aktive Feuerwehrleute intensiv für die Arbeit mit der Drehleiter geschult worden - acht Maschinisten vor Ort bei der Herstellerfirma Rosenbauer in Karlsruhe - "... wie sie funktioniert und was zu machen ist, wenn sie ausfällt."

130 Sekunden


Nach dem Eintreffen in Waldsassen (wir berichteten) durften sich weitere fünf Drehleiter-Maschinisten mit dem Fahrzeug vertraut machen. "Das sind die Leute, die das Auto fahren und am Leitstand bedienen." Dann braucht's noch eine fitte Mannschaft für die Rettungsarbeit vorne im Korb. Der ist speziell für die Personenrettung ausgelegt, mit einer maximalen Belastung von 500 Kilo, gegenüber 100 Kilo früher. Die Nenn-Rettungshöhe liegt bei 23 Meter, bei einem Abstand von 12 Meter zum Gebäude. Exakt 130 Sekunden braucht es, bis die Drehleiter einsatzbereit ist: Rasch fahren die Stützpfeiler aus, auf den beiden Seiten jeweils gleichzeitig. Dann geht's los, in die Höhe. Jede Menge Elektronik hilft die Arbeit der Einsatzkräfte zu erleichtern: Unebenheiten am Standort etwa gleicht der Drehkranz bis zu einem gewissen Grad automatisch aus. Der hohe Preis für das Fahrzeug - rund 580 000 Euro - sieht Tippmann aber vor allem durch die Fertigung in exakter Handarbeit gerechtfertigt. "Es gibt keinen Schweißroboter in diesem Werk." (Im Blickpunkt/Info-Kasten)

Hintergrund"Die Leute wissen wenig, wofür das Ding da ist", sagt Tobias Tippmann. Doch das Kloster mit dem Gästehaus St. Joseph, zwei Seniorenheime, das Krankenhaus seien große Gebäude, "wo du einfach so ein Gerät brauchst." Laut Alarmplanung wäre die Drehleiter bei 25 Prozent der Einsätze immer dabei: Dies gilt für Personenrettungen, Brandeinsätze und Alarmierungen über Brandmeldeanlagen. Die Drehleiter müsse in Notfällen immer ganz vorne am Geschehen platziert sein; der Brand im Altenheim St. Martin habe dies gezeigt. "Wenn wir unsere nicht hinausbringen, kommt automatisch eine andere", sagt Tippmann über den "Plan B" - der Einsatz der Drehleitern aus Mitterteich oder aus Tirschenreuth. Die "L32A-XS" ist laut Tippmann aber auch nach Verkehrsunfällen im Einsatz - mit den starken LED-Scheinwerfern zum Ausleuchten von Unfallstellen oder wenn Gutachter sich aus der Höhe ein besseres Bild vom Geschehen machen und es fotografieren müssen. Außerdem ist die Feuerwehr pro Jahr durchschnittlich bei vier bis fünf Personenrettungen gefordert: Wenn Verletzte in oberen Etagen sind und nicht transportfähig sind oder das Treppenhaus schlichtweg zu eng ist. "Dann kommen wir übers Fenster." (pz)
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