„Pädagogik des Reitens“ an der Mittelschule
Streicheleinheiten für Urml

Vermischtes
Waldsassen
29.10.2016
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Reiten tut Kindern gut, wirkt sich positiv auf die Entwicklung aus. Neu ist das nicht. Doch die "Pädagogik des Reitens" ist inzwischen auch wissenschaftlich erwiesen. Deshalb gehört der Kurs "Leiten und Führen/Reiten" jetzt zum Ganztagesprogramm der Mittelschule.

Reiten trage sowohl zur physischen als auch zur psychischen Gesundheit der Jugendlichen bei, heißt es in der Pressemitteilung der Mittelschule zum neuen Angebot - mit einem Hinweis auf Professor Dr. Harald Lange. Der Leiter des Instituts für Sportwissenschaft an der Universität Würzburg hatte den Beitrag des Reitsports zum Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schulen untersucht.

Erstmals im Landkreis können nun Schüler der Mittelschule Waldsassen aus den Jahrgangsstufen 5 bis 9 an einem Kurs "Leiten und Führen / Reiten" innerhalb des pädagogischen Zusatzprogramms der gebundenen Ganztagesschule teilnehmen. Dies habe Modellcharakter. Kooperationspartner ist der Reitverein Tirschenreuth. Er stellt zwei zertifizierte Trainerinnen sowie eine Reitlehrerin bereit. Entwickelt wurde das gemeinsame Projekt vonseiten des Reitvereins Tirschenreuth mit erstem und zweitem Vorstand Karl Zintl und Hans Kopatsch, den zertifizierten HBP-Trainerinnen Susanne Schuller und Anna-Lena Ott sowie Reitlehrerin Gerlinde Maier, die die fachkundige Schulung und Betreuung der Jugendlichen übernehmen.

Dass Fachwissen, Konzentration und Körpersprache des Menschen direkte Wechselwirkungen auf das Verhalten des Tieres haben und grundlegendes Handwerkszeug für den Umgang mit den Pferden sind, erfuhren die Jugendlichen bei der fachkundigen Einweisung durch die Schulungskräfte. Im ersten Kontakt mit den beiden Schulpferden konnte die Gruppe schnell Vertrauen zu den Tieren aufbauen.

Innerhalb des Kurskonzeptes steht der Mitteilung zufolge der Aufbau der Beziehung von Mensch und Tier im Vordergrund. "Dabei wird das Schulpferd Urml, ein Pony, ohne Sattel und an langer Longe von den Kursteilnehmern geführt." Dabei könnten die Schüler Schritt für Schritt die Sprache des Tieres beobachten und verstehen. "So können sie durch die eigene Körperhaltung Signale an das Pferd senden, welche unmittelbar das Verhalten des Tieres beeinflussen." Schnell spürten die Jugendlichen: Je sensibler und konsequenter dies geschehe, desto besser funktioniere auch das entsprechende Kommando. Ebenso wie das Ausführen des Tieres gehören fachgerechte Tierpflege, das Füttern und natürlich auch ausgiebige Streicheleinheiten für Urml zum Programm.

Die zweite Gruppe arbeitet mit Reitpferd Queeny, einer Warmblüterstute in der Halle, ausgerüstet mit Helm, Sattel und Zaumzeug unter fachkundiger Anleitung der Reitlehrerin. Neben dem Erlernen des richtigen Sitzes sowie einer exakten Körperhaltung machen die Jugendlichen erste Erfahrungen mit den Gangarten Schritt, Trab und Galopp.

Vor Ort lasse sich erleben, wie sehr die Jugendlichen ihren Kurs lieben und welche großen Fortschritte sie in kurzer Zeit erzielen. Dies belegten Gespräche dedr Schüler untereinander, die von Jugendsozialpädagogin Greim und stellvertretender Schulleiterin Petra Burger im Bus begleitet werden, welcher die Kinder zurück zur Schule bringt.
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