Podiumsdiskussion des DGB-Kreisverbands - Familiennachmittag in der Ausflugsgaststätte ...
Wie lernen, wenn die Lehrer fehlen

Peter Hofmann, Christian Dietl, Klaus Schuster (alle DGB) sowie Kassecker-Betriebsratsvorsitzender Reinhard Heller (im Bild von links) präsentierten das Programm für den Familiennachmittag des DGB mit anschließender Podiumsdiskussion. Bild: jr
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Waldsassen
18.07.2016
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Mit "Schule, Bildung und Lehrermangel, bildungspolitische Herausforderungen in der nördlichen Oberpfalz" hat der DGB-Kreisverband eine Podiumsdiskussion am Dienstag, 26. Juli, in der Ausflugsgaststätte "Petersklause" in Großbüchlberg überschrieben. Beginn ist um 19 Uhr. Zuvor findet von 15 bis 18 Uhr ein Familiennachmittag statt.

DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schuster informierte bei der Programmvorstellung, dass die Veranstaltung auf einer Idee des Mitterteicher Ortskartellvorsitzenden Anton Gleißner basiert. Schuster beklagte, dass es an den bayerischen Schulen zu wenig Lehrer gebe. So fielen 42 000 Wochenstunden ersatzlos aus; "dies sind 1,7 Prozent aller Unterrichtsstunden". Weitere 207 000 Schulstunden würden nicht planmäßig erteilt. Sie würden durch Überstunden anderer Lehrkräfte oder Zusammenlegung von Klassen ausgeglichen. Ein weiteres Thema bei der Podiumsdiskussion ist das Referendargesetz. Wenn sich ein angehender Lehrer aus Bayern in einem anderen Bundesland bewerbe, erlösche sein Anspruch auf eine Anstellung im Freistaat. Teilnehmer der Diskussion sind Mittelschullehrerin Maria Sommer aus Weiherhammer, Katharina Joho (DGB Bayern), Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (CSU), Landtagsabgeordnete Margit Wild (SPD) aus Regensburg und Bürgermeister und Landratsvertreter Roland Grillmeier. Die Moderation übernimmt Thomas Bärthlein (OTV). Natürlich haben auch die Zuhörer die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Überalterung


Reinhard Heller (Betriebsratsvorsitzender bei Kassecker) bedauerte, dass es keine praxisbezogene Ausbildung an Mittel- und Realschulen gebe. Heller wörtlich: "Bei uns in der Oberpfalz kommen einfach zu wenig Lehrer an. Bei uns fallen mehr Schulstunden aus als in Oberbayern. Dies kann doch kein Zufall sein." Weiter sprach Heller von einer Überalterung der Oberpfälzer Lehrer. Seiner Rechnung nach fehlen in Bayern insgesamt 9000 bis 12 000 Lehrer. Heller bedauerte, dass Berufsschüler weite Fahrten auf sich nehmen müssten. So würden angehende Maurer in Schwandorf unterrichtet, Straßenbauer müssten nach Würzburg und Rohrleger nach Nürnberg. Die Firma Kassecker stellte heuer bislang elf Auszubildende ein. "Wir würden noch mehr nehmen, wenn wir welche bekommen würden."

Christian Dietl (DGB-Regionsgeschäftsführer) dankte dem Tirschenreuther Kreisverband für die Organisation der Veranstaltung und betonte: "Wir als DGB setzen uns für die Belange der Bevölkerung ein." Bildung und Kompetenzen seien Ressourcen, "mit denen gewuchert werden sollte". Bei der Diskussion solle es auch um Schließungen von Schulstandorten gehen. Thema bei der Podiumsdiskussion sei außerdem die Beschulung von Flüchtlingen. DGB-Regionssekretär Peter Hofmann erwartet viele Besucher, die sich außer bei der Diskussion auch Antworten an Infoständen holen könnten. "Wir als DGB stehen bereit."

Sommerrodelbahn


Von 15 bis 18 Uhr lädt der DGB am 26. Juli zum Familiennachmittag ein. An Infoständen stehen Mitglieder des DGB-Kreisvorstands Rede und Antwort. Auf die Kinder wartet ab 16 Uhr eine einstündige Stiftlandrundfahrt mit der Bimmelbahn. Geöffnet haben auch Sommerrodelbahn und Bungee-Trampolin. Die Angebote sind für Kinder kostenlos. Erwachsene können sich derweil kostenlos am Kuchenbüfett bedienen. Über 20 DGB-Helfer sind im Einsatz, um den Besuchern einen schönen Tag zu bereiten.

Bei uns fallen mehr Schulstunden aus als in Oberbayern.Reinhard Heller
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