Restaurierung der Basilika schreitet voran
Engel und Heilige unter Folien

Jede Figur wird sorgfältig kartiert, bevor sie abgenommen wird, um sie zu restaurieren. "Sonst weiß niemand mehr, wo was hingehört", sagt Stadtpfarrer Thomas Vogl.
Vermischtes
Waldsassen
15.07.2016
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Oberste Prämisse bei der Restaurierung ist es die historische Substanz zu erhalten. In der großen Kuppel erstrahlen die Fresken im neuen Glanz. Im unteren Bereich ist noch ein unbehandelter Streifen zu sehen. Hier sind die riesigen Unterschiede besonders deutlich zu erkennen. Bilder: Grüner (5)

Was in der Barockzeit Jahrzehnte gedauert hätte, braucht heute nicht einmal zwei Jahre. Seit Herbst vergangenen Jahres geben Kirchenmaler und Stuckateure der Raumschale der Basilika ein neues Gesicht. Ostern kommenden Jahres ist alles erledigt.

Die Sanierung und Restaurierung der Raumschale der Basilika geht zügig voran und liegt gut im Zeitplan. Bei den bisherigen Arbeiten entdeckten die Fachleute aber immer wieder Schäden an Fresken und Figuren sowie technische Defizite. "Und wenn schon mal eine aufwendige Gerüstkonstruktion ermöglicht jeden Winkel auf jeder Ebene zu erreichen, dann muss man handeln", so Pfarrer Thomas Vogl.

Detailschäden


Bei der ursprünglichen Planung seien nur die Raumschale und statische Sicherungsmaßnahmen vorgesehen gewesen. Man sei davon ausgegangen, dass die Ausstattung intakt sei. "Während der Maßnahmen kamen die Fachleute aber zu einer anderen Beurteilung." An Figuren, Altären und Fassungen wurden Detailschäden wie Abplatzungen und fehlende Teile festgestellt. Weitere Sicherungsmaßnahmen waren dabei angezeigt.

Auch technisch muss aufgerüstet werden. So seien etwa Kabel zu ersetzen. Die Installation einer Induktionsschleife wird künftig dafür sorgen, dass Schwerhörige das Geschehen in der päpstlichen Basilika akustisch besser wahrnehmen können. Automatische Türöffner machen das Gotteshaus barrierefrei. Ein Mehraufwand von etwa 1,2 Millionen Euro. Damit liegen die Gesamtkosten bei rund 6,5 Millionen Euro an deren Finanzierung sich in der Hauptsache Freistaat, Denkmalpflege, Kirchenstiftung, Diözese, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bezirk, Landkreis, Stadt und viele private Spender beteiligen. Letzteres freut den Stadtpfarrer besonders, zeige diese Geste doch die große Verbundenheit der Menschen zu ihrer Kirche.

Mehrere Ebenen


Die Stuckateurarbeiten und die Restaurierung der Fresken sind bereits seit ein paar Wochen abgeschlossen und fachlich abgenommen. Bis etwa Ende Juli soll die Raumschale in der neuen Farbfassung fertiggestellt sein. Gearbeitet wird auf mehreren Ebenen. Dazu zählten der Gewölbebereich, die Gesimse auf denen die Prophetenfiguren stehen und im unteren Bereich die Bögen der Seitenkapellen. Die Arbeiten an den Seitenaltären beginnen im Oktober. Im März des kommenden Jahres soll das Gerüst definitiv verschwunden sein. Lediglich der eine oder andere Seitenaltar könne noch über Ostern hinaus eingerüstet sein. Im Sommer 2017 werde aber nichts mehr an eine Baustelle erinnern. Wenn alles erledigt ist, stehe noch die komplette Reinigung und die Intonation der Orgelanlage an. Nach der großen Sanierungsmaßnahme sei dies unumgänglich. Nach dem Heilige-Leiber-Fest erfolgen ab 8. August im vorderen Altarraum Gerüstbauarbeiten für die Einhausung zum Setzen der Stufenanlage für den neuen Altar.

Altarweihe im März


Bis 23. September seien aus dem Grund Gottesdienste nur eingeschränkt machbar. Die Wochenenden betreffe das eher nicht. Unter der Woche müsse allerdings in die Klosterkirche oder die Kirche im Altenheim St. Martin ausgewichen werden. Altar und Ambo werden im März 2017 gesetzt. Die Altarweihe ist für den 26. dieses Monats vorgesehen.



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Wenn schon eine Gerüstkonstruktion ermöglicht jeden Winkel auf jeder Ebene zu erreichen, dann muss man handeln.Stadtpfarrer Thomas Vogl
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