Rettungsdienst
Kein Anlass zur Panik

Vermischtes
Waldsassen
04.01.2016
10
0

Eine gewisse Verunsicherung herrscht in der Bevölkerung wegen der neuen Situation beim Rettungsdienst: Seit der Neujahrsnacht startet der "Rettungstransportwagen" (RTW) von der neuen Wache in Mitterteich aus (wir berichteten). Doch Waldsassen ist nicht verwaist.

Für Besorgnis, dass in Notfällen keine Hilfe oder nur verspätet eintreffen könnte, gibt es laut BRK-Kreisverband keinen Grund. "Es ist die gleiche Situation wie früher", erklärt Manfred Maurer, Leiter des Rettungsdienstes. "Durch die Verlegung gibt es nur geringfügige Veränderungen."

Wartezeit wie bisher


Mit der neuen Standortfestlegung der Rettungswache durch den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung an die Ortsumgehung Mitterteich müssten Patienten sechs, sieben, acht Minuten Wartezeit nach Waldsassen in Kauf nehmen, früher sei dies in umgekehrte Richtung der Fall gewesen. Randbereiche wie etwa Fuchsmühl seien nur unter großen Schwierigkeiten im Rahmen der gesetzlichen Hilfsfrist von 12 Minuten erreicht worden. Im Notfall leisteten ehrenamtliche "Helfer vor Ort" der Rot-Kreuz-Bereitschaften an derzeit 16 Standorten im Landkreis, bis zum Eintreffen des RTW, die wichtigsten Maßnahmen. Dies solle nun auch in Waldsassen durch die dort ansässigen Rot-Kreuz-Gemeinschaften (Bereitschaft, Wasserwacht) etabliert werden. Deshalb ist die Ortsgemeinschaft zum Einen dringend auf Spenden und zum Anderen auf Unterstützung in personeller Form angewiesen.


Der Helfer vor Ort wird vom BRK eingesetzt, um das versorgungsfreie Intervall bis zum Eintreffen den des Rettungsdienstes überbrücken zu können. Dabei handelt es sich um eine freiwillige und ehrenamtliche Zusatzaufgabe. Diese wird nicht über die Mittel des Rettungsdienstes, sprich mit Geldern der Krankenkassen finanziert.
Um für größere Einsätze gewappnet zu sein, hat der Kreisverband zusätzlich zu der Regelvorgabe von vier Rettungswägen im Landkreis auf eigene Kosten sieben Einsatzfahrzeuge angeschafft und im Landkreis verteilt - unter anderem eines nach Waldsassen. Dieses Fahrzeug wird seit 2013 bereits für die sogenannte "UGRett" (Unterstützungsgruppe Rettungsdienst) eingesetzt. Im Notfall werden ehrenamtliche Einsatzkräfte zusätzlich alarmiert, wenn kein offizielles Rettungsmittel in möglicher Reichweite ist.

Auch nach dem Umzug der Rettungswache nach Mitterteich, die dort 24 Stunden am Tag besetzt ist, bleibt der Waldsassener BRK-Standort an der Stegwiesenstraße nicht verwaist. In der Klosterstadt stationiert ist weiterhin ein Krankentransportwagen, außerdem ein Notarzteinsatzfahrzeug. Diese werden bei Bedarf über die Rettungsleitstelle mit alarmiert. Sie ist übrigens über die einheitliche Notrufnummer 112 erreichbar. (Info-Kasten)

Rettungsdienst in einem Flächenlandkreis besondere HerausforderungWaldsassen ist weiterhin als Notarzt-Standort etabliert. In der Praxis aber werde es so sein, dass nicht in Waldsassen wohnende Ärzte ihren Dienst vom jeweiligen Wohnort aus beginnen und nicht zwingend in Waldsassen vor Ort sein müssten. Dies sei aber auch früher schon so gehandhabt worden, erklärt BRK-Rettungsdienst-Chef Manfred Maurer. Im Übrigen ist die Planung und Durchführung des Notarztdienstes Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB). Manfred Maurer teilt übrigens nicht die Ansicht, dass mit der Verlegung der Wache nach Mitterteich staatliche Aufgaben ehrenamtlichen Kräften auferlegt werden. Die gesetzlichen Anforderungen werden am neuen Standort eingehalten. "Es erfolgt zusätzlich eine stetige Nachbetrachtung der neuen Situation." Bei Bedarf werde man sich über einen zusätzlichen offiziellen RTW-Standort Gedanken machen müssen. Dies sei aber Aufgabe des zuständigen Zweckverbandes. Die Arbeit der "Helfer vor Ort" versteht Maurer als eine Art Dienst am Nächsten; dieser sei Gott sei Dank in der ländlich geprägten Region noch selbstverständlich und eine willkommene Ergänzung zum Rettungsdienst mit hauptamtlichen Kräften. Maurer will aber auch nicht verhehlen, dass die Organisation des Rettungsdienstes in einem Flächenlandkreis besondere Herausforderungen bedeutet. Deshalb seien auch die zusätzlichen Fahrzeuge angeschafft worden. "Trotz all dieser Maßnahmen wird es keine 100-prozentige Sicherheit geben können. Denn gerade bei auftretenden Duplizitäten kann es zu Wartezeiten kommen", sagt Maurer. (pz)
Durch die Verlegung gibt es nur geringfügige Veränderungen.Manfred Maurer, Leiter des Rettungsdienstes im BRK-Kreisverband Tirschenreuth, über die Situation in Waldsassen
Weitere Beiträge zu den Themen: Rettungsdienst (65)Rettungstransportwagen (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.