Sanierung der Gruft der Stiftsbasilika
Frischer Duft in der Gruft

Elisabeth Bücherl-Beer und Klaus Koch vom Staatlichen Bauamt begutachten die Musterflächen des neuen Bodenbelags in der Gruft. Der Einbau der Ziegel geht im Herbst vonstatten. Bis dahin können Boden und Wände noch weiter trocknen. Bis zum Jahresende sollen die Renovierungsarbeit in der Gruft abgeschlossen sein. Bilder: Grüner (3)
Vermischtes
Waldsassen
31.08.2016
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Stuck und farbige Einrahmungen werden restauriert.

Das Modrige ist weg. Seit im untersten Gewölbe der Stiftsbasilika die alten Fliesen durch Klinkerplatten ersetzt werden, kann der Boden so richtig durchschnaufen. Und das tut nicht nur dem Raumklima gut.

"Das ist ein ganz normaler Pflasterbelag, wie er in Außenbereichen häufig vorkommt", erklärt Bauoberrätin Elisabeth Bücherl-Beer vom staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach die Arbeiten in der Gruft der Stiftsbasilika. Die Sanierung der Grabstätte ist Teil des statischen Gesamtkonzepts.

Seit den 1990er Jahren


Die entsprechenden Maßnahmen dafür haben bereits in den 1990er Jahren begonnen, mit den Dachsanierungen im Jahr 2000 und der Beseitigung der großen Risse in der Decke 2004 und 2005 ihre Fortsetzung gefunden. Die aktuelle Sanierung umfasst drei große Abschnitte: Raumschale, Außenhaut und Gruft. "Danach ist alles von Kopf bis Fuß durchsaniert", sagt Bücherl-Beer.

Die Generalsanierung der Gruft hat 2014 damit begonnen, dass der Boden samt Unterbau komplett herausgerissen wurde. Die Fliesen lagen bis dahin auf einem Mörtelbett und das wiederum auf einer Betonplatte, die den kompletten Boden abdeckte. Seither ruhte die Baustelle, konnte der Raum kräftig auslüften. Blasenbildungen an den Wänden zeigten, wo bereits Wasser aufgestiegen war, das, bedingt durch den abschließenden Betonboden, nur dorthin wandern konnte und sich den Weg in die Wände suchte.

Raumklima verbessert


Seitdem der Boden herausgenommen ist, hat sich das Raumklima eklatant verbessert. Bücherl-Beer zitiert Mesner Michael Burger: "Riechen Sie doch mal, wie gut das hier riecht." Damit das so bleibt, sorgen jetzt zusätzlich zwei Drainagen dafür, dass das Wasser aus dem Boden Richtung Wondreb abgeleitet wird. Die Gruft steht, anders als das Gotteshaus selbst, nicht auf Holzpfählen, sondern auf dem blanken Erdreich.

Auf einer Höhe von 1,80 Meter werden die Wände neu verputzt. Der auf mineralischer Basis aufgebaute Sanierputz wird gut mit der Feuchtigkeit fertig. "Zusammen mit dem Untergrund aus Schotter und der Bodenauflage aus Klinkerziegeln wird sich das Raumklima schnell einregulieren", erklären die Experten.

Auf dem Erdreich liegen jetzt 30 Zentimeter mittelgrober Schotter, der mit einer fünf Zentimeter dicken Splittschicht abschließt. Die Klinkerplatten, die die ehemaligen Fliesen ersetzen, werden speziell gefertigt und kommen aus Niederbayern.

Material für Musterflächen wurde vor zwei Wochen angeliefert und verlegt. Im Herbst wird der Rest verbaut. Stabilisiert werden die Platten mittels einer ganz speziellen Fugendichtung. "Man könnte sagen, die schnauft." Danach kommt der Maler und weißelt die Gruft in schlichtem Weiß neu heraus.

Neue Beleuchtung


Zudem bekommt die Grabstätte auch eine neue Wandbeleuchtung. Die wird warmweißes Licht ausstrahlen, dezenter und gedämpfter sein als ihre Vorgängerin, aber in der Gesamtheit dennoch heller.

Die wenigen figürlichen Darstellungen und die Stuckteile in der Gruft werden gereinigt und wo nötig ausgebessert. "Wenn wir schon die Fachleute und Restauratoren im Haus haben", sagt Bücherl-Beer. In diesem Arbeitsgang werden auch die Grabplatten gereinigt. Die beiden Zugänge von der Mauer an der Schwanenwiese werden mit neuen Türen und Gittern ausgestattet. Keine historischen Türen, sondern schöne, schlichte Holztüren mit Oberlichtprinzip werden das sein. Alles in allem wird die Sanierung der Gruft Ende des Jahres abgeschlossen sein. Kosten: rund 500 000 Euro.

An der Außenfassade der Basilika sind noch statische und kosmetische Maßnahmen im Gange. Die Nord- und Westseite werden noch in diesem Jahr ausgerüstet, sagt Bücherl-Beer. Im kommenden Jahr werden im Außenbereich noch Drainagen gelegt und die Außenanlagen hergerichtet.
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