Schokolade gegen Heißhunger

Nicht nur "gesunde" Sachen, sondern als Leckerei auch Lebkuchen überreichte Chefärztin Elisabeth Eißner an Dr. Thomas Egginger. Bild: kgg
Vermischtes
Waldsassen
10.11.2016
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Es lohnt sich, sein Essverhalten zu beobachten. Dr. Thomas Egginger, Ärztlicher Direktor der Kliniken Nordoberpfalz, gab dazu wichtige Tipps: "Vollwertige und stärkende Ernährung ist die beste Grundlage für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit."

Warum essen wir anders, als wir uns ernähren sollten?" Diese Frage stand am Dienstagabend im Mittelpunkt eines Vortrages der Rehabilitationsklinik im Waldsassener Gesundheitszentrum an der Egerer Straße. In ihrer Begrüßung zeigte sich Chefärztin Elisabeth Eißner erfreut über das große Interesse, das dem Thema Ernährung beigemessen wird. Etwa 40 Besucher waren in den Vortragsraum gekommen.

Besonders freute sich Eißner, mit Dr. Thomas Egginger einen kompetenten Ernährungsmediziner begrüßen zu können. Unter den Zuhörern waren auch die Ernährungsberaterin der Orthopädischen Rehabilitationsklinik, Ulrike Rieß, die Leiterin der beiden Krankenhäuser Tirschenreuth und Waldsassen, Claudia Kost, sowie der Leiter der inneren Medizin, Chefarzt Dr. Manfred Brückner.

Dr. Thomas Egginger ging einleitend auf die Definition zur Frage "Was ist Ernährung?" mit bildlichen Gegensätzen ein. Überernährung bringe eine Vielzahl an Krankheiten mit sich, schilderte der Referent: "Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und auch Störungen der Sexualfunktion sind häufig die Folgen."

Obwohl sie wüssten, dass Ernährung für die Gesundheit eine wichtige Rolle spielt und welche Lebensmittel gesund sind, verhielten sich die Menschen nicht immer danach: "Wir essen anders, als wir uns eigentlich ernähren sollten." Zu den Gründen hatte Dr. Egginger auch eine Theorie. "Früher, noch um das Jahr 1950, war die Nahrungszubereitung vom Mangel diktiert - suchen und finden war die Losung. Heute lebt man im Schlaraffenland mit Nahrung im Überfluss. Die Strategie lautet dabei, den Teller leerzuessen."

Die Veränderung in der Beziehung zu Lebensmitteln sei ein wichtiger Ansatz, betonte der Referent und nannte einige Beispiele, um die "Überlebens-Strategie" zu meistern. Dazu gehöre, das Essensverhalten bewusst und flexibel zu kontrollieren und dabei einen persönlichen Ernährungsplan zu erstellen. "Es lohnt sich, sein eigenes Essverhalten zu beobachten", sagte der Referent. Dem berühmten "Heißhunger auf Schokolade" empfahl der versierte Ernährungsmediziner, mit einer Tafel pro Woche entgegenzutreten. "Gehen Sie nicht zwanghaft und verkrampft an Ihr Vorhaben heran, lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen", riet der Arzt. "Schaffen Sie eine etwas andere Atmosphäre während des Essens. Langsame Ernährungsumstellung hat den besten Bestand."

Seine mit viel Beifall bedachten Ausführungen rundete er mit zehn Tipps für Zuhause ab (Info-Kasten). Reha-Chefin Elisabeth Eißner bedankte sich mit einem Körbchen, das mit Obst und Gemüse bestückt war - und als Beiwerk noch etwas Süßes aus der Lebkuchenbäckerei. Zur nächsten Veranstaltung mit Dr. Annemarie Schraml, die über ihre Arbeit in Tansania berichtet, lud sie für den 17. November ein.

Zehn Tipps für den NachhausewegBevor Dr. Thomas Egginger die Besucher nach Hause entließ, gab er ihnen in Kurzform zehn Ernährungstipps mit auf den Weg:

1. Aufstellung einer Einkaufsliste, an die man sich auch hält.

2. Beim Einkauf zuerst berücksichtigen: Gemüse, Obst, Salat und Kartoffeln; wenig, aber dafür hochwertiges Fleisch; Eier, Fisch, Milchprodukte (= Eiweiß), teuerste Wurst und billigen Käse.

3. Nicht mehr kochen als gegessen wird: den Tisch nicht reichlich, aber dafür liebevoll decken.

4. Immer zu festen Zeiten am selben Platz essen. Langsam essen, fest kauen; kleine Menge - gleicher Genuss.

5. Etwa 20 Minuten vor der Mahlzeit ein Stück Obst, Gurke, Vollkornkeks und ein Glas Wasser für ein Sättigungsgefühl zu sich nehmen.

6. Wenig Alkohol trinken, er steigert den Appetit und bringt unnötige Kalorien für die Gesamtbilanz.

7. Mahlzeiten außer Haus, etwa für Einladungen oder besondere Anlässe, einplanen.

8. Keine Nahrungsmittel (außer Obst), Getränke, Naschereien und Knabbereien herumstehen lassen.

9. Fastenzeit und Vorweihnachtszeit beachten - die Vorfreude (Genuss an Festtagen) nicht vorwegnehmen.

10. Generell Sport treiben, so oft es geht, Gymnastik machen und viel spazieren gehen. (kgg)
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