Segnungsgottesdienst an Valentinstag
Küssen kann man nicht alleine

Vermischtes
Waldsassen
15.02.2016
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Zuerst sang Max Raabe. Dann bildete die Kernaussage des zuvor eingespielten Musikstücks das Thema der Predigt. Darin erwähnte Stadtpfarrer Thomas Vogl eine Besonderheit im Hochaltar. Sie passte perfekt zum Valentinstag - zwei Engelsfiguren, die sich küssen.

Zum wiederholten Male hatte der Sachausschuss im Pfarrgemeinderat unter Leitung von Markus Scharnagl einen

Segnungsgottesdienst

organisiert. 30 Paare waren gekommen - mehr als Stadtpfarrer Thomas Vogl erwartet hatte: Die kleinen Glas-Herzen, die der Dekan den Paaren beim Einzelsegen übergab, reichten nicht aus. Wer keines erhalten hat, darf es sich in nächster Zeit im Pfarrbüro abholen.

Auch Gäste von auswärts


Pfarrer Vogl freute sich über "vertraute Gesichter" wie über Gäste von auswärts. Sie alle hatten im renovierten Chorraum der Basilika Platz genommen. "Das werden Sie hoffentlich alle bestätigen", sagte Pfarrer Vogl zu Beginn seiner Predigt über die bekannte Textzeile - "Küssen kann man nicht alleine". Küssen sei eine der intimsten und intensiven Formen, in der zwei sich liebende Menschen zum Ausdruck bringen, was sie füreinander empfinden. "Da darf man spüren, dass es das Gegenüber gibt", sagte Pfarrer Vogl. "Denn mit dem Küssen kann es auch etwas anderes auf sich haben", erwähnte der Prediger auch im Hinblick auf Ostern den Judas-Kuss - den Verrat: "Judas, der Jesus am Ölberg küsst um Soldaten ein Zeichen zu geben wer es ist, den sie gefangen nehmen sollen." Küssen könne auch ambivalent sein - gedankenlos, schnell. "Der andere spürt, wie es gemeint ist."

Deshalb sei das Küssen eine hohe Kunst: "Nicht um etwas zu beweisen, sondern das Herz sprechen zu lassen." Das Bild vom Küssen sei auch beim Bau der Kirche vor über 300 Jahren nicht außer Acht geblieben, verwies Pfarrer Vogl auf die Darstellung im Hochaltar. "Wahrscheinlich hat man sich doch nicht ganz getraut diesen intimen Akt zu zeigen", vermutete Vogl: Die beiden küssenden Engel sind nur schwer zu sehen - überm Kugel-Tabernakel hinter dem Kreuz, "... ein Ort wo Jesus gegenwärtig ist. Seine Liebe komme von Herzen; Jesus habe trotz des Judas-Kusses sich nicht abbringen lassen vom Weg der Liebe, "... wo wir Kraft finden für unseren Kuss als Zeichen einer echten und tiefen Liebe."

Der Valentinstag solle in Ehren gehalten werden. Denn dieser Heilige habe den Menschen nur dazu verhelfen wollen, "... dass sie ihre Liebe leben können, ihrer dankbar gedenken und dass sie ihre Liebe segnen lassen." Bei Wein und Knabbergebäck klang der Abend im Jugendheim aus.
Wahrscheinlich hat man sich doch nicht ganz getraut diesen intimen Akt zu zeigen.Stadtpfarrer Thomas Vogl über die beiden küssenden Engel im Hochaltar
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