Terra Preta im Naturerlebnisgarten
Schwarze Revolution

Bis zur Eröffnung des Naturerlebnisgartens am 1. Mai sollen die Besucher mit Neuerungen überrascht werden -darunter ein Hügelbeet mit Terra Preta-Erde. Von links Michael Selinger,Birgitt Georgius,Claudia Dietz, Rebecca Stuhrmann,Enrico Molla,Ramona Schack und Andreas Rottmann. Bild: kgg
Vermischtes
Waldsassen
02.04.2016
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Hoch her geht es in der Umweltstation. Anlässlich des Modellprojekts "Gärten im Wandel - Waldsassen is(s)t nachhaltig und interkulturell" gestaltet das Team um Michael Selinger den Kloster- und Naturerlebnisgarten neu - mit ungewöhnlichem Material.

"Gartenbesucher sollen in diesem Jahr wieder viele praktische Anregungen bekommen", sagt Michael Selinger über die Zeit nach der Saison-Eröffnung - traditionell am 1. Mai. Neu und einmalig in der Region dürfte das Hügelbeet kombiniert mit selbst hergestellter "Terra Preta Erde" im Traditionellen-Chinesischen-Garten sein, welches gerade neu angelegt wird.

Ein Anhänger Kuhmist


Wie Michael Selinger sagt, wurde im vergangenen Jahr eine große Anhängerladung Kuhmist, welchen der Hundsbacher Landwirt Reinhard Kraus der Umweltstation zur Verfügung stellte, mit Holzkohle vermengt, mit effektiven Mikroorganismen geimpft und mit einer Silofolie abgedeckt. Nach fast einem halben Jahr Lagerung konnte dieser Tage die nun reife Schwarzerde (Terra Preta) geerntet und auf das große Hügelbeet sorgsam aufgebracht werden. Das Gartenteam unter der Leitung von Claudia Dietz wird nun im Frühling das Beet mit Gemüse neu bepflanzen. Schon jetzt freut sich Michael Selinger auf eine reicher Ernte und viele interessierte Besucher. Alle Gemüsepflanzen werden außerdem, von Ramona Schack, die seit diesem Jahr in der Umweltstation zuständig ist für Kunst und Integration, mit kleinen Hinweistäfelchen mit Informationen über Herkunft und Verwendungsmöglichkeiten der Gemüsearten liebevoll ausstatten.

Raritäten auf dem Beet


Verwendet werden natürlich wie bisher auch, nur sortenreine, samenfeste und selbstgezogene Gemüsepflanzen aus vorwiegend selbst gewonnenem Saatgut. Auch hier findet der Besucher wieder viele seltene Raritäten im wunderschönen Kloster- und Naturerlebnisgarten vor. (Info-Kasten)

Dung, Pflanzenkohle und MikroorganismenDie Idee des Hügelbeets kommt ursprünglich aus Südchina und wird dort seit Jahrhunderten intensiv genutzt, sagt Selinger. Entstanden sind dort die Hügelbeete vor allem aus der Situation heraus, dass man für viele Menschen vergleichsweise wenig Land zur Verfügung hat. Um die vorhandene Fläche zu vergrößern, wurden sanfte Hügel angelegt welche die Oberfläche somit vergrößerten und gut mit Kompost und organischem Dünger versorgt eine ständige Fruchtbarkeit und hohe Erträge sichern. Im Gegensatz zu den Chinesen baut Selinger statt nur auf Kompost und organischen Dünger, auf die seit einigen Jahren immer bekannter werdende "Schwarze Erde", in Fachkreisen auch Terra Preta genannt. Terra Preta wurde von den in Südamerika lebenden Ureinwohnern entwickelt um unfruchtbare Böden in hoch fruchtbare Strukturen zu verwandeln: Nachweislich im Amazonasgebiet sind daraus mit schlechter Bodenqualität vor tausenden Jahren Hochkulturen basierend auf ertragreichsten Böden entstanden. Die Herstellung von Terra Preta ist relativ einfach: Dung wird mit Pflanzenkohle vermengt, in einem Kompoststarter mit effektiven Mikroorganismen geimpft und später unter Luftabschluss ähnlich wie Sauerkraut fermentiert.(kgg)
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