Waldsassener Reservisten und THW-Gruppe absolvieren Übungswochenende der etwas anderen Art
Biwak mit Flughafen-Exkursion

Vor einem Flugfeldlöschfahrzeug vom Typ "FLF 80/125 Snozzle" stellten sich die Waldsassener Reservisten und die Mitglieder des THW Marktredwitz zum Erinnerungsfoto. Bild: kdi
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Waldsassen
01.09.2016
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Seit zehn Jahren arbeiten die Reservistenkameradschaft und die Ortsgruppe Marktredwitz des Technischen Hilfswerks bei der zivil-militärischen Katastrophenhilfe im Rahmen der Regionalen Initiative von Reservisten zusammen. In dieser Zeit wurden zahlreiche gemeinsame Übungen zu verschiedenen Notsituationen abgehalten. Auch heuer trafen sich die Reservisten wieder zu einem Biwak. Allerdings hatte sich der Ausbildungsleiter, Hauptfeldwebel der Reserve Michael Filchner, zum Jubiläum ein besonderes "Schmankerl einfallen" lassen: Als Belohnung für die Aktivitäten in den vergangenen zehn Jahren stand ein Besuch des Flughafens München auf dem Programm.

Trotz vieler Baustellen und Umleitungen traf die Besuchergruppe rechtzeitig auf dem Flughafengelände ein. Dort mussten sich alle Teilnehmer einer umfangreichen Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Bei einer Rundfahrt wurden zahlreiche große und kleinere Flugzeuge erklärt, die landeten, starteten oder gerade beladen und aufgetankt wurden. In direkter Nähe eines Airbus A380 mit seinen gewaltigen Abmessungen kamen sich die Besucher im Bus recht klein vor. Sie erfuhren, dass sich der Flughafen München aufgrund seiner Lage im Zentrum Europas zu einem wichtigen Drehkreuz im Luftverkehr entwickelt habe und mit mehr als 40 Millionen Passagieren pro Jahr aktuell auf Platz sieben in Europa steht.

Zwei Feuerwachen


Nächstes Ziel war die Flughafenfeuerwehr, die über zwei Wachen (Nord und Süd) verfügt, die sich jeweils mittig an den beiden 4000 Meter langen Bahnen befinden. Das stellt sicher, dass die maximale Eingreifzeit von drei Minuten bei idealen Sicht- und Oberflächenbedingungen eingehalten werden kann. Die besuchte Feuerwache Süd ist unter anderem für das südliche Start- und Landebahnsystem, das Vorfeld des Terminals 1, das Vorfeld Fracht, das Vorfeld Wartung sowie für die Wartungshallen und das Tanklager zuständig. Drei Hallen bieten Platz für 27 Einsatzfahrzeuge und Wechselbeladungs-Container. In zwei Wachabteilungen versehen derzeit 192 Feuerwehrleute einen 24-Stunden-Dienst, wobei mindestens 42 Wachleute ständig anwesend sein müssen. Bei einem Rundgang konnten die Besucher auch zahlreiche Freizeit-, Sport- und Trainingsräume besichtigen. In den Fahrzeughallen wurden die wichtigsten Löschfahrzeuge vorgestellt und auch deren Beladung zugänglich gemacht. Von besonderem Interesse waren für die Teilnehmer ein Fahrzeug mit Rettungstreppe sowie die großen Löschfahrzeuge.

12 500 Liter Löschwasser


Besonders beeindruckend fand die Gruppe das 12 Meter lange und 4 Meter hohe Flugfeldlöschfahrzeug "FLF 80/125 Snozzle" mit Zwölfzylindermotor und 735 KW. Das Fassungsvermögen liegt bei 12 500 Liter Löschwasser und 1500 Liter Schaummittel, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 43 Tonnen. Der Hauptwerfer kann 3900 Liter Löschwasser pro Minute abgeben. Ein Löschdorn kann bei einem Brand in einem Flugzeug-Frachtraum in den Rumpf hinein gerammt werden. Zum Eigenschutz ist das Fahrzeug noch mit Löschbrausen ausgestattet. Bei einer Löschvorführung wurde die Wirkung der niedergehenden Wassermenge demonstriert. Nach einem Gruppenfoto ging es mit dem Vorfeldbus zurück zum Besucherpark zurück. Nach einem Abstecher zu einer ausgestellten Junkers JU 52 ("Tante Ju") trat die Gruppe die Heimfahrt an.

Für den Abend hatten die Reservisten die Bevölkerung wieder zur Feier einer Feldmesse mit Militärpfarrer Christian Stock in die Allerheiligenkirche eingeladen. Als Ministranten dienten erneut Major d. R. Josef Reindl und Unteroffizier d. R. Bruno Salomon. Nach einer ausgiebigen Stärkung mit Schaschlikpfanne klang der Abend am Lagerfeuer aus.

Nach einer regnerischen Nacht in den Zelten musste am Sonntagmorgen das Material abgebaut und ins Depot zurückgebracht werden. Ausbildungsleiter Michael Filchner zog eine positive Bilanz der gemeinsamen Ausbildungsveranstaltung, so dass man beschloss, die Reihe auch im nächsten Jahr fortzusetzen.
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