Zerschnittener Wald

Vermischtes
Waldsassen
27.07.2016
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"Es ist schade, dass wir da nichts tun können", beklagte Annette Spreitzer-Hochberger. Die CSU-Frau thematisierte in der Sitzung des Stadtrats die Holzernte am Stadtrand nahe "Am Wirtsberg". "Zum Weinen" sei die Situation dort.

Annette Spreitzer, nach eigener Einschätzung "niemand mit überzogenem ökologischen Bewusstsein", beklagte am Ende der regulären Tagesordnung die augenscheinlich radikalen Eingriffe (wir berichteten). Diese mögen absolut legitim sein und der Pflege und dem Nutzen des Waldes dienen. Doch die geplanten 50 Rückegassen dort würden das Gebiet regelrecht zerschneiden, ohne Rücksicht auf Wanderwege oder Mischwaldbestände.

Robert Christ (SPD) stellte in Frage, ob die Maßnahme ökologisch sinnvoll sei - auch vor dem Hintergrund künftiger Sturmereignisse: "Was passiert beim nächsten Kyrill?" Der SPD-Rat hätte überhaupt gerne gewusst, was mit dem Waldgebiet dort oben geplant sei.

Harald Hertel (CSU) brach eine Lanze für Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider. Gewöhnungsbedürftig und unschön sei die Situation dort oben schon. "Aber ich kann nichts Anrüchiges erkennen", sagte der Stadtrat und erklärte Naturschützer. Der Harvester-Einsatz gehöre zur üblichen Forstwirtschaft. Hertel bescheinigte dem Forstmann Schneider sehr wohl ökologisches Bewusstsein und führte dazu die Naturschutzmaßnahmen im vergangenen Jahr und die in diesem Jahr geplanten an (NT-Bericht Wochenendausgabe).

Für eine fachliche Bewertung der Holzernte im aktuellen Fall sah sich Bürgermeister Bernd Sommer nicht in der Lage. "Ich muss davon ausgehen, dass es ökologisch richtig ist." Sommer verhehlte aber nicht, dass er sich beim Anblick der Szene dort oben auch seine Gedanken gemacht und für sich gedacht habe: "Hoffentlich wissen sie, was sie tun."
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