Der Vorstand Josef Götz ist froh, dass die Kliniken Unterstützung bekommen
Krankenhäuser atmen etwas auf

Wirtschaft
Waldsassen
12.10.2015
193
0

Ihm sei ein großer Stein vom Herzen gefallen, schaltete sich Vorstand Josef Götz in die Diskussion ein: Für die Kliniken Nordoberpfalz müssten in nächster Zeit die Standorte gesichert sein.

Der Termin hätte nicht passender sein können. In der Nacht zum Samstag hatte sich abgezeichnet, dass das Krankenhausstrukturgesetz so nicht kommen wird, wie es als Referentenentwurf vorlag. Statt dessen verständigten sich Bund und Länder auf ein zusätzliches Programm, das die Krankenhäuser mit 800 Millionen Euro stützt. Am Montag darauf veranstaltete die CSA als Arbeitnehmer-Union der CSU eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Krankenhäuser.

Nach der Begrüßung durch CSA-Kreisvorsitzenden Kurt Scharf leitete Bürgermeister Bernd Sommer die Debatte zu diesem schwierigen wie aktuellen Thema. Roland Gleißner als Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Kliniken Nordoberpfalz AG sah zwar nach wie vor das Ende der Krankenhäuser im ländlichen Raum nah, doch Aufsichtsrat Günther Pfaffeneder zeigte sich erleichtert: "Durch die Entscheidung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe können die Krankenhäuser vorerst aufatmen."

Es gebe nicht zu viele Krankenhäuser und schon gar nicht im ländlichen Gebieten, argumentierte er. Auch hielten die Krankenhäuser nicht zu viele Leistungen vor. "Wenn es nach einem Unfall oder nach einem Herzinfarkt schnell gehen muss, sind die gute Erreichbarkeit und eine gute Ausstattung für die direkte Versorgung von Patienten entscheidend." Es gelte, die Qualität der einzelnen Häuser anzuerkennen und entsprechend zu vergüten.

Krankenhäuser im ländlichen Raum hätten Zukunft, betonte Bundestagsabgeordneter Reiner Meier nach dem Ergebnis vom Wochenende. "Das heißt allerdings nicht, dass alles so bleiben wird wie es bisher ist!" Gefordert sei eine zeitgemäße Krankenhausplanung der Länder und ein intelligenter Umgang mit dem Personal. Das Gesundheitssystem stehe vor großen Herausforderungen. "Es gibt zu viele Krankenhäuser, aber nicht im ländlichen Raum", erklärte Meier. Mit den zusätzlichen Mitteln für den Pflegezuschlag werde das Personal entlastet und dauerhaft beschäftigt.

Kliniken-Vorstand Josef Götz sah durch die jüngsten Entscheidungen eine Stärkung der Standorte in der Nordoberpfalz. Denn dort habe man schon immer mit Umstrukturierungen aktuellen Problemen Rechnung getragen. Eine große Sorge sei die Besetzung der Fach- und Hausarztstellen im ländlichen Raum, gab Götz zu bedenken.

Zur Situation der Pflegekräfte an den Krankenhäusern meinte Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender Gleißner, dass das Personal schon seit mehr als zehn Jahren überlastet sei. Dennoch arbeite jeder über sein Maß hinaus, damit das Klinikum überleben könne. "Die Patienten sind in unseren Häusern gut aufgehoben und auch die Zusammenarbeit ist sehr angenehm", sagte der Personalvertreter.

"In zehn Jahren werden unsere Häuser anders aussehen als heute", resümierte Aufsichtsrat Pfaffeneder. "Wir brauchen mehr Fachkräfte, wir brauchen Fördermittel für Investitionen und die Bürokratie muss abgebaut werden." Ein Arzt müsse näher am Patienten sein, um das Vertrauen zu fördern.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.