Hart-Keramik setzt auf neues Produkt
Lehm gibt jetzt den Ton an

Von einem "echten Quantensprung" spricht Anton Wolfgang Hart: Die neue Lehmbauplatte mit der internen Bezeichnung "Lemix 2.0" will Hart-Keramik im Januar auf der Baumesse in München präsentieren. Die Tonflasche sieht der Vorstandsvorsitzende als Symbol für den wiederholten Wandel des Unternehmens in der Geschichte und die Konzentration aller Kräfte auf innovative Zukunftsprodukte. Bild: pz
Wirtschaft
Waldsassen
21.10.2016
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Von einem "echten Quantensprung" spricht Anton Wolfgang Hart: Die neue Lehmbauplatte mit der internen Bezeichnung "Lemix 2.0" will Hart-Keramik im Januar auf der Baumesse in München präsentieren. Die Tonflasche sieht der Vorstandsvorsitzende als Symbol für den wiederholten Wandel des Unternehmens in der Geschichte und die Konzentration aller Kräfte auf innovative Zukunftsprodukte. Bild: pz

Der rückläufige Trend im Wohnungsbau in der Region bestätigt die Entscheidung: Hart-Keramik hat die Ziegelproduktion eingestellt und konzentriert sich auf Wachstumsprodukte. Zur Bau-Messe in München will das Unternehmen mit seinen "Lemix"-Lehmbauplatten groß rauskommen.

/Schirnding. In seiner 300-jährigen Geschichte hat das Familienunternehmen das Sortiment immer wieder gewandelt, neu ausgerichtet. Auch jetzt seien "alte Zöpfe" abgeschnitten worden, wie es Anton Wolfgang Hart als Vorstandsvorsitzender der Hart-Keramik AG formuliert. Mit Erfolg, wie sich zeigt.

Kapazitäten erschöpft


"Wir haben zurzeit eine 100-prozentige Auslastung", freut sich Hart im Gespräch mit dem NT darüber, dass in den Werken im oberfränkischen Schirnding keine Winterpause nötig ist und die Kapazitäten erschöpft sind. Deshalb investiert das 120 Mitarbeiter zählende Unternehmen mit dem Verwaltungssitz in Waldsassen am Standort Schirnding. "Die Entscheidung fiel im Juni", erzählt Hart von der Erweiterung mit einer 16 mal 65 Meter großen Halle. Der Bau hat bereits im August begonnen. 1,8 Millionen Euro fließen in die Erweiterung der Lehmbauplatten-Produktion: In dem Anbau am früheren Poroton-Werk werden künftig die im Trockenbau verwendeten Bauplatten aus Lehm und Holzfasern industriell gefertigt. Vor drei Jahren zum ersten Male brachte Hart-Keramik die in einer Manufaktur gefertigten Platten auf den Markt - mit großen Erfolg.

Inzwischen ist das Produkt optimiert worden - in langen Versuchsreihen im Labor und im Technikum. Vor allem in der Maßgenauigkeit sind die Platten laut Hart nun viel besser als früher; die ökologisch besonders wertvollen Eigenschaften im Vergleich zu den konventionellen Erzeugnissen für den Trockenbau seien aber unverändert gut - etwa der Feuchtigkeitsaustausch des seit Jahrtausenden verwendeten Baustoffs Lehm und die weitaus bessere Schalldämmung. "Wir fahren am Anschlag", sagt Hart über die Auslastung und sieht das Familienunternehmen inzwischen als renommierten Lehmbauplatten-Hersteller mit interessanten Chancen am Markt: Mit der neuen Anlage werden die Kapazitäten verdoppelt. "Ein echter Quantensprung", sagt Hart und meint damit die Veränderung von der bisherigen Lehmbauplatte zur "Lemix 2.0" als innovativen Lösung für den Trockenbaubereich. Im Dezember sollen die ersten Musterplatten vom Band laufen, die auf der Bau-Messe in München (16. bis 21. Januar) präsentiert werden. Voll anlaufen soll die Produktion nach den Worten von Anton Wolfgang Hart dann im Februar/März.

Markt wächst schnell"Schon heute sind wir in diesem Marktsegment mit einer jährlichen Produktionsmenge von etwa 100 000 Quadratmeter Marktführer", berichtet Vorstandsvorsitzender Anton W. Hart von Hart-Keramik. Die Nachfrage nach Lemix sei zur Zeit aber annähernd schon doppelt so hoch. Die Investition in die Erweiterung von Werk II werde die Kapazitäten ab 2017 um weitere 100 000 Quadratmeter erhöhen. Insgesamt beziffert Hart das Marktvolumen für den Trockenbau auf bundesweit 220 Millionen Quadratmeter pro Jahr. Im Vergleich zum Gipskarton nähmen Lehmbauplatten dabei bisher nur einen sehr kleinen Marktanteil ein, der aber schnell wachse. Das Unternehmen ist im Bereich Keramikrohre schon seit längerem die Nummer 2 in Europa. Der Exportanteil liegt aktuell bei über 50 Prozent; Hart-Keramik ist in 18 Ländern präsent. Ein weiterer Produktionsanstieg in den kommenden Jahren wird erwartet. (pz)
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