Hightech-Ton statt Gipskarton

Anton Wolfgang Hart (links), Sebastian Hart (Dritter von links) und Elisabeth Hart (rechts) informierten die Abgeordneten Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (Zweiter von links) und Martin Schöffel (Dritter von rechts) und Bürgermeisterin Karin Fleischer über aktuelle Entwicklungen bei der Firma Hart Keramik. Bild: hfz
Wirtschaft
Waldsassen
29.12.2015
171
0

Die Traditionsfirma Hart Keramik mit ihren Werken in Schirnding und der Verwaltung in Waldsassen setzt auf Innovation. Davon durften sich jetzt die Landtagsabgeordneten Martin Schöffel und Ludwig Freiherr von Lerchenfeld bei einem Besuch überzeugen.

/Schirnding. Nach der Konzentration der gesamten Produktion und großen Investitionen am Standort Schirnding erweitert das Traditionsunternehmen aktuell die Produktpalette mit "Lemix", einer neuen Lehmbauplatte für den Trockenbau.

"Im Jahr 2015 haben wir die betrieblichen Weichen gestellt in Produkte, die auch überregional abgesetzt werden können - nicht nur in Deutschland, sondern europaweit", erklärte Firmenchef Anton Wolfgang Hart. Zu einem Renner hätten sich die Schornsteinrohre aus Keramik entwickelt, die Hart seit mehr als 40 Jahren herstellt.

In 18 Ländern präsent


Mit dem Keramik-Kaminrohr erschließe die Firma seit Jahrzehnten erfolgreich Märkte u. a. in Österreich, Italien, Skandinavien und diversen osteuropäischen Ländern bis hin zu Russland. "Mittlerweile sind wir in über 18 Ländern präsent - und wir wollen dies kontinuierlich weiter ausbauen." In den vergangenen Jahren wurde die gesamte Produktion am Standort Schirnding konzentriert, ein neues Werk gebaut und kräftig investiert. "In Schirnding haben wir Erweiterungsmöglichkeiten und wir fühlen uns von der regionalen Politik bis hin zur Regierung von Oberfranken sehr gut begleitet - auch durch unbürokratisches Handeln", so Hart.

Größeres Wachstumspotenzial sieht der Unternehmer im neuesten Produkt von Hart Keramik. Mit "Lemix", der neu entwickelten Lehmbauplatte für den Trockenbau, habe das Unternehmen bei der internationalen Fachmesse "Bau 2015" in München für Aufmerksamkeit gesorgt. Anton W. Hart: "Wir stecken noch in den Anfängen - aber das wird der Schwerpunkt unserer nächsten Aktivitäten sein." Das moderne, schadstofffreie Naturprodukt für den Innenausbau könne genauso wie Gipskartonplatten verbaut werden, biete aber gegenüber dem herkömmlichen Produkt enorme Vorteile. "Es reguliert die Luftfeuchtigkeit, neutralisiert Luftschadstoffe, ist immun gegen Schimmel, absorbiert Gerüche, speichert Wärme besonders gut, bietet hohen Schallschutz und ist auch für Feuchträume und Altbausanierungen geeignet", erklärte Hart.

Starke Zuwächse


Landtagsabgeordneter Martin Schöffel zeigte sich beeindruckt: "Ich finde es großartig, wie sich die Unternehmerfamilie Hart hier engagiert und sich im schwierigen Umfeld in der Baustoffindustrie behauptet." Ein Standbein, das, so Anton W. Hart, gegenüber den starken Zuwachsraten bei der Nachfrage nach Keramikrohren und Lehmbauplatten an Bedeutung verliere, seien die Ziegelsysteme, die als regionales Produkt im Umkreis von etwa 100 Kilometern vertrieben werden. Die Zahl der neuen Wohneinheiten in Deutschland sei von 600 000 in den Neunzigern auf einen Tiefstand von unter 200 000 im Jahr 2010 gesunken.

Aktuell sei zwar ein leichter Aufwärtstrend spürbar. "Einen neuen Bauboom in Nordostbayern erwarten wir aber nicht. Das Hinterfragen von Erzeugnissen, die auf Dauer keine ausreichende Zukunftsperspektive mehr besitzen, gehört zu unserer über 300-jährigen Geschichte", so Hart. Als historisches Beispiel dafür nennt er die Aufgabe der Steinzeugflasche, als die Glasflasche zunehmend den Markt beherrschte. Die Steinzeugflasche hatte das Unternehmen einst groß gemacht.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.