Raiffeisenbank im Stiftland
Wettbewerbsfähig auf Dauer

Zur Vertreterversammlung am Dienstag konnte Aufsichtsratsvorsitzender Josef Schwägerl unter den Gästen die kompletten Vorstände der an der Fusion beteiligten Nachbargenossenschaften begrüßen. Von der Raiffeisenbank Weiden Hermann Ott und Bernhard Wolf und von der Volksbank Nordoberpfalz Rudolf Winter, Rainer Lukas und Thomas Ludwig begrüßen. Bild: kgg
Wirtschaft
Waldsassen
30.06.2016
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Mitglieder der Raiffeisenbank im Stiftland dürfen sich freuen: Für das Geschäftsjahr 2015 gibt es wieder eine Dividende - 300 354,56 Euro. Die Ausschüttung ist aber geringer als noch vor einigen Jahren, wegen anhaltend niedriger Zinsen

"Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren 2015 wie auch im Vorjahr recht ordentlich und trugen sicherlich dazu bei, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen konnten", erklärte Vorstandssprecher Thomas Wirth in seinem Bericht bei der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank im Stiftland im Raiffeisensaal.

Künftig sechs Aufsichtsräte


Die Vertreterversammlung stimmte dem vorliegenden Antrag auf eine weitere Reduzierung der Aufsichtsratsmitglieder von derzeit acht auf sechs Personen zu. Thorsten Meiler und Franz Rettinger, deren Amtszeit turnusmäßig abgelaufen ist, wurden wiedergewählt. Franz Trißl ist aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden und wurde seitens des Genossenschaftsverbandes Bayern durch Wirtschaftprüfer Helmut Thurn geehrt. Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken hätten auch 2015 ihren Entwicklungskurs gehalten. Angesichts des anspruchsvollen Marktumfeldes sei dies nicht selbstverständlich, erklärte Thurn. "Die Volks- und Raiffeisenbanken und insbesondere die Raiffeisenbank im Stiftland sind am ,Ball' geblieben, um ihre Wettbewerbsfähigkeit auf Dauer zu sichern."

Wirtschaftsfaktor


Thurn freute sich, dass dafür auch 2015 bei der Raiffeisenbank im Stiftland eG auf Hochtouren gearbeitet wurde. Der Wirtschaftsprüfer ließ durchblicken, dass das laufende- und auch nächste Geschäftsjahr hier nicht einfacher werden. Aufsichtsratsvorsitzender Josef Schwägerl unterstrich die Stellung der Bank als bedeutender Wirtschaftsfaktor. Mit gesellschaftlichem und sozialem Engagement übernehme man weitere Verantwortung für die Menschen vor Ort, erklärte Schwägerl und nannte die 52 000 Euro, die 2015 an gemeinnützigen Spenden weitergereicht worden waren.

Bernd Sommer gratulierte auch namens der mit anwesenden Bürgermeister aus dem Geschäftsbereich zu dem Jahresabschluss 2015 und ging dabei auch auf die zunächst überraschende Ankündigung der Fusion mit den zwei Weidener Banken ein. Wie Sommer sagte, wünsche er sich personell gesehen nicht, dass alle Weidener Bankbeschäftigte nach Waldsassen zur Arbeit kommen, aber dass nach Möglichkeit alle Waldsassener weiter am Ort bleiben können.

Dies sei sicher nicht einfach. Aber wenn alle ihren Beitrag dazu leisten und an einem Strang ziehen, dann sollte dies doch möglich sein. Einen Beitrag dazu können nach den Worten des Bürgermeisters auch die Bevölkerung als Kunde leisten. Wenn der Gewinn stimme, dann könnte man auch die Verantwortlichen in die Pflicht nehmen, sagte Sommer. (Info-Kasten/weiterer Bericht)

Die Bilanz der Raiffeisenbank im StiftlandDie Bilanzsumme der Raiffeisenbank im Stiftland ist gegenüber dem Vorjahr 2014 um 5,6 Prozent - das entspricht 33 Millionen Euro - auf insgesamt 626,4 Millionen Euro gestiegen. Dieser Zuwachs sei zu einem auf die gestiegenen Kundengelder und zum anderen auf die Aufnahme längerfristiger Refinanzierungsmittel der EZB zurückzuführen, sagte Vorstand Thomas Wirth in seinem Bericht. 2015 konnte man 828 Mitglieder mit 6097 Geschäftsanteilen für die Raiffeisenbank im Stiftland neu gewinnen. 354 Mitglieder sind ausgeschieden. Zum Jahresende wurden 15 997 Mitglieder mit 63 371 Geschäftsanteilen registriert. Die bilanzwirksamen Kundengelder erhöhten sich 2015 um 4,1 Prozent auf 510 Millionen Euro. Der Zuwachs liege damit deutlich über der Vorjahresvergleichszahl von plus 2,8 Prozent, aber leicht unter dem Verbandsdurchschnitt von 4,7 Prozent, sagte Thomas Wirth. Das Kreditgeschäft sei 2015 sehr gut verlaufen - das bilanzwirksame Kundenkreditvolumen erhöhte sich um über 9 Prozent auf 366,3 Millionen Euro (6 im Vorjahr). Trotz hohen Wachstums im Kreditgeschäft in den vergangenen Jahren sei noch genügend Spielraum vorhanden, um weiterhin berechtigte Kreditwünsche zu erfüllen. (kgg)


Abstimmung im Frühjahr 2017Durch die angestrebte Verschmelzung der Raiffeisenbank im Stiftland mit der Volksbank Nordoberpfalz und der Raiffeisenbank Weiden soll eine neue starke regionale Genossenschaftsbank entstehen (wir berichteten). Über diesen Schritt wurden die Mitglieder-Vertreter und Bankmitarbeiter vor zwei Monaten als erste über diese strategische Ausrichtung informiert, sagt Vorstand Thomas Wirth.

Man habe im Vorstand und Aufsichtsrat sich viel Zeit genommen um diesen strategischen Schritt von vielen Seiten zu beleuchten und auch teilweise kontrovers darüber diskutiert. "Am Ende haben wir alle einstimmig den Entschluss gefasst uns jetzt zu dritt auf den Weg zu machen."

Um künftige Herausforderungen im Bankgeschäft bewältigen zu können, bedürfe es eine gewissen Größe und Leistungsfähigkeit. Und je früher man sich auf den Weg mache, desto verträglicher lasse sich der Prozess darstellen. Wir machen uns deshalb jetzt auf den Weg, zu einer Zeit, in der die beteiligten Genossenschaftsbanken wirtschaftlich auf soliden Fundamenten stehen. Nur so sei es auch möglich den Prozess ohne betriebliche Kündigungen oder Filialschließungen umzusetzen.

"Keine betriebsbedingte Kündigungen" war für Wirth dabei nicht nur eine Floskel, sagte Thomas Wirth. Natürlich werde man versuchen Konzepte zu sparen; und natürlich gehöre dazu auch eine Reduzierung des Personals, dies aber eben nicht durch Kündigungen, betonte der Vorstand. Allein bei der Raiffeisenbank im Stiftland würden die nächsten sechs Jahre 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden. Wenn man nur diese Stellen nehme und nicht mehr neu besetze, seien die Einsparungen immens, sagte Wirth.

Zusammenfassend sagte er, sei man derzeit noch relativ früh im Prozess, bis Ende des Jahres soll aber die Detailausarbeitung der Fusion stehen. All das wolle man den Mitglieder-Vertretern im Februar und März nächsten Jahres in kleinen Gebietsversammlungen vorstellen und darüber sprechen. Die endgültige Entscheidung darüber treffen die Mitglieder-Vertreter bei der nächsten ordentlichen Vertreterversammlung 2017. Mit dieser Zustimmung, für die Thomas Wirth schon jetzt warb, soll die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2017 erfolgen.(kgg)
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