Steueraufkommen am Finanzamt Waldsassen
Stabile Wirtschaft im Landkreis

Im Büro des Amtsleiters im ehemaligen Abtschloss informierten der amtierende Behördenchef Oskar Kastner (rechts) zusammen mit den Sachgebietsleitern (von links) Siegfried Schön, Josef Höcht und Manfred Schön über die Entwicklung des Steueraufkommens. Für Josef Höcht und Manfred Schön war es das letzte Jahresgespräch mit dem NT: Beide gehen nach jeweils 50-jähriger Dienstzeit in Ruhestand. Bild: pz
Wirtschaft
Waldsassen
29.01.2016
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Mit den Gesamt-Einnahmen alleine für sich gesehen wäre es so eine Sache, meint die Führungsriege im Finanzamt. Deshalb ist es für sie gar nicht schlimm, dass 2015 4,8 Prozent weniger Steuern eingenommen worden sind als im Jahr zuvor. Damals zeigte die Statistik noch ein Plus von über zwei Prozent.

Rund 156,2 Millionen Euro sind 2015 an das Finanzamt Waldsassen gezahlt worden. Oskar Kastner, amtierender Behördenleiter sowie Sachgebietsleiter Josef Höcht, Manfred Schön und Siegfried Schön analysierten jetzt im Gespräch im dem NT die Zahlen. Sie ergeben ein klares Bild. Aber erst auf den zweiten Blick, bei der Bewertung der einzelnen Steuerarten.

Verlässlicher Indikator


Vor allem die Lohnsteuer entwickelt sich erfreulich - nach Einschätzung der Sachgebietsleiter ein verlässlicher Indikator für die Wirtschaftskraft einer Region. "Das stimmt uns sehr positiv", sagt Kastner über die Steigerung seit Jahren. "Sie besagt: Die Wirtschaft ist gut aufgestellt." Die Zuwächse wären wohl nicht riesig. Aber es gebe mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse. Dies sei am Lohnsteueraufkommen erkennbar. "Es sind mehr Arbeitsplätze geschaffen worden."

Verschiedene Zuordnung


Dies sei um so bemerkenswerter - vor einem wichtigen Hintergrund: Arbeitnehmer im Landkreis, die bei größeren, andernorts ansässigen Firmen oder Konzernen oder im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, führen ihre Lohnsteuer an andere Finanzämter ab. Zurückerstattungen würden dagegen aus dem Aufkommen am Finanzamt bezahlt. "Die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis ist stabil", erkennt Kastner mit seinem Führungsteam einen deutlichen Trend. Die Einkommensteuer eigne sich dagegen als Indikator weniger, weil sie zu großen Schwankungen ausgesetzt und deshalb zu wenig aussagekräftig sei. Schwierig zu deuten ist die Entwicklung der Umsatzsteuer. Das Aufkommen ging - nach zwei Jahren mit hohen Zuwächsen - 2015 um rund 25 Prozent zurück. "Im Verhältnis zur Lohnsteuer könnte man sagen, es waren Investitionen da", sagt Kastner. "Tatsache ist: Investiert wird nach wie vor", ergänzt Kastners Stellvertreter Josef Höcht. Firmen im Landkreis agierten weltweit. Exportorientierte Unternehmen in der Region müssten auf Umsätze im Ausland keine Steuern bezahlen. Vor diesem Hintergrund sagt Kastner, dass "das Minus eigentlich etwas Gutes" hätte. Am Grundsteuer-Aufkommen ist nach Einschätzung der Finanzbeamten deutlich ein anhaltender Trend zum "Beton-Gold" auszumachen. Das Finanzamt Waldsassen, wo die zentrale Grunderwerbssteuer-Stelle etabliert ist, verzeichne in dieser Steuerart kontinuierlich Zuwächse, bei gleichbleibendem Steuersatz - 3,5 Prozent. Hier mache sich die "Boomtown Neumarkt" bemerkbar, mit einem florierenden Grundstücks- und Immobilienmarkt.
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