Geschichtswanderung mit Heimatpfleger Albert Kick
Auf der Suche nach Böhmischen Dörfern

Mit Albert Kick wandelten die Albersriether auf den Spuren der Lobkowitzer. Bild: fvo
Freizeit
Waldthurn
07.10.2016
46
0

Trotz des ungemütlichen Wetters unternahm am Nationalfeiertag eine Gruppe geschichtsinteressierter Albersriether eine fünfstündige Wanderung mit OWV-Heimatpfleger Albert Kick zu ehemaligen Dorfstellen und Glashütten entlang der Landesgrenze.

Albersrieth . Im benachbarten Tschechien suchten sie Spuren aus der Herrschaftszeit der Lobkowitzer. Viele Dörfer hätten lange Zeit zu den früheren Pfarrgründen der Pfarrei Lennesrieth beziehungsweiese der Pfarrei Waldthurn gehört, so der Heimatkundler bei der Begrüßung am Grenzübergang Waldheim. "Vor den großen Kriegen waren die Grenzen flexibel", erklärte der ehemalige Georgenberger Bürgermeister über ein ehemaliges Wirtshaus in Vorderwaldheim, durch das mitten in der Gaststube die Grenze verlief. "Auf der einen Seite der Wirtsstube wurde böhmisches, auf der anderen Seite bayerisches Bier ausgeschenkt." Während der Wanderung schilderte Kick der Gruppe mit Dorfratsvorsitzenden Andreas Bodensteiner an der Spitze die bewegte Geschichte am früheren Eisernen Vorhang. Er überzeugte mit fundiertem Wissen, ergänzt mit Daten aus seiner eigenen böhmischen Familiengeschichte. So wäre das Geburtshaus seiner Mutter sei Ende 1955 angezündet worden, nicht einmal ein Steinhaufen wäre davon übriggeblieben.

Bei den Teilnehmern hinterließen die Erzählungen über die Ortschaften Vorderwaldheim (Prední Zahájí), Altpocher (Stoupa), Böhmischdorf (Ceská Ves), Böhmisch-Neuhäusl (Ceské Nové Domky), Neufürstenhütte (Nová Knížecí Hut) und die heute noch existierende Siedlung Altfürstenhütte (Stará Knížecí Hut) mit der benachbarten Kleinsiedlung Leierwinkel (Háje) nachhaltige Eindrücke. Den Ort Vorderwaldheim und eine Glashütte hätte Glasmeister Paul Schürer Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet. Von seinem einstmaligen Schloss, das 1666 in den Besitz der Lobkowitzer gekommen war, seien heute nur noch wenige Steinreste übriggeblieben. Rosental ("Rousntol") und Neulosimthal (Jedlina) wären nach 1948 nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung eigentlich für eine Besiedelung vorgesehen gewesen, leider habe man den Ort wie viele andere alte Dorfstellen dem Erdboden gleichgemacht. Das noch erhaltende Kriegerdenkmal im früheren Neulosimthal und die imposante Malowetz-Familiengruft waren die wenigen Steinzeugen einer bewegten Vergangenheit, ansonsten ließen mit Ausnahme einiger Mauersteine und einzelner verfallenen Marterl lediglich weite grasbewachsene Lichtungen die Ausdehnung der früheren Ortschaften erahnen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Heimatpfleger Albert Kick (1)Albertsrieth (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.