Bischof kämpft für junge Frauen

Bischof Mabuga Msonganzila (links) referierte in Waldhturn vor etwa 40 Gläubigen im Hinblick auf den Weltmissionssonntag über die vom Missionswerk "Missio" zur Verfügung gestellten Gelder und wie sie in seiner Heimat eingesetzt werden. Bild: fvo
Kultur
Waldthurn
15.10.2015
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Trotz der teils beklemmenden Thematik verbreitete Bischof Mabuga Msonganzila aus Tansania Fröhlichkeit und weckte Begeisterung. Die Gläubigen aus Region, die ihn in Waldthurn erlebten, werden den Geistlichen und seinen Auftrag jedenfalls nicht vergessen.

Dieser Mann verbreitete Begeisterung für den Glauben, aber auch für die Bekämpfung der Beschneidungen von Mädchen und Frauen in seiner Heimat. Die Arbeitsstelle Weltkirche des Bistums Regensburg mit Dr. Thomas Rigl und die Katholische Erwachsenenbildung Kreis Neustadt und Stadt Weiden e.V. mit Hans Bräuer hatten im Rahmen der "Missio-Aktion" den Bischof aus Tansania eingeladen.

Im Hinblick auf den Weltmissionssonntag referierte der Geistliche über die vom Missionswerk "Missio" zur Verfügung gestellten Gelder und wie sie in seiner Heimat eingesetzt werden. "'Missio' seid Ihr - jede kleinste Gabe macht große Veränderungen." 40 Gläubige aus der Region, darunter der Waidhauser Pfarrer Georg Hartl und Waldthurns Pfarrer Marek Baron, stellten interessiert ihre Fragen. Mit zwei Kurzfilmen führte Rigl auf das Problem der Beschneidungen hin. "Wir nehmen uns der Mädchen an, weil sie Opfer von kulturellen Traditionen sind, die nicht mit den Menschenrechten vereinbar sind und eigentlich unter Strafe stehen", erklärte Msonganzila. Leider sei Bildung in seiner Heimat gerade für Mädchen Mangelware. Die jungen Frauen werden zwangsverheiratet - nur durch Bildung können sie Selbstständigkeit erlangen. "Nach den Traditionen ist ein Mädchen ab dem Zeitpunkt erwachsen, an dem sie grauenvoll beschnitten wurde." Man habe das soziale Projekt "Jipe Moyo - fass' Dir ein Herz" gestartet. Jedes Jahr im Dezember - der Hauptzeit für Beschneidungsrituale - richtet die Kirche im Nordosten Tansanias sogenannte "Rescue Camps" ein, in denen mehr als 600 Mädchen und Frauen Zuflucht finden. Nur wenn sich die Mädchen mit den Familien aussöhnen, können sie in ihre Familien zurück. Die Kirche fungiere dabei als Vermittler. "Wir nennen dies indirekte Evangelisierung". Alleine in seiner Diözese Musoma werden in 26 von 34 Pfarreien die grausamen Traditionen der Beschneidung gepflegt.

Der Bischof beantwortete die Fragen sehr temperamentvoll auf Englisch - für die Übersetzung sorgte der Praktikant Vincent Herbst aus Aachen. Pfarrer Hartl dankte für den Vortrag des "fröhlichen und standhaften Mannes aus Afrika".
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