Ali ist in der Jugendfeuerwehr

Lokales
Waldthurn
30.10.2014
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Sie kommen und brauchen Hilfe. Die Gemeinde tut, was sie kann. Sie bekommt aber auch etwas zurück von den Flüchtlingen, die sich schnell integrieren. Sie arbeiten, sind in Vereinen tätig, spielen Fußball und lernen Deutsch.

Das Thema "Asyl" ist in aller Munde. Integration wird deshalb auch seit fast zwei Jahren in der Gemeinde großgeschrieben. Insgesamt leben im Moment vier Familien mit insgesamt acht Kindern, ein älteres Ehepaar und eine junge Frau in der Unterkunft.

Die jüngeren Kinder besuchen Kita und Grundschule in Waldthurn, die älteren gehen in die Mittelschule in Vohenstrauß. Bontu aus Äthiopien ist in einer der drei "Asylklassen" der Berufsfachschule in Weiden untergebracht. Auch sonst sind die Familien mittlerweile eng mit Waldthurn verbunden. Ali, der mit seiner Familie im Februar aus Aserbaidschan kam, ist mittlerweile Mitglied der Jugendfeuerwehr und spielt Fußball im Verein. Die Familienväter arbeiten beim Bauhof, die Mütter kümmern sich um Haus und Garten - so haben sich alle in der Gemeinde eingelebt und fühlen sich pudelwohl.

Bei Problemen und Fragen stehen die Betreuer mit Rat und Tat zur Seite. So hat Marianne Pausch einen Deutschkurs in der Unterkunft organisiert. "Wir wollten es den Asylbewerbern einfach ersparen, ständig nach Weiden fahren zu müssen", sagt Pausch.

Busfahrt überflüssig

Denn, die Busverbindung von Weiden nach Waldthurn ist nicht ganz einfach. Vor allem die Zeiten,, an denen ein Bus pendelt, liegen extrem ungünstig. Außerdem findet der Lehrgang in der Unterkunft am frühen Abend statt. So können auch die Kinder daran teilnehmen, was ihnen natürlich im Schulunterricht zu Gute kommt.

Einträchtig sitzen die Buben und Mädchen mit den Erwachsenen aus Aserbaidschan, Armenien, Äthiopien und der Ukraine zusammen und lernen gemeinsam. Beata Markiewicz unterrichtet die Gruppe - unentgeltlich. Momentan treffen sich alle sich in einem provisorisch hergerichteten Zimmer. Mit dem Hausbesitzer wurde allerdings bereits ein anderer, größerer Raum in Augenschein genommen, der besser passen würde. Diese Bleibe könnte dann auch als Aufenthaltsraum dienen, wenn zum Beispiel Feste gefeiert oder Freunde eingeladen werden.

Wiederholen, bis es sitzt

Einmal in der Woche kommt Hans Pausch ins Haus, um mit allen das Gelernte zu wiederholen und zu vertiefen. Außerdem hilft er den größeren Buben bei den Hausaufgaben. Schulleiterin Tanja Willax-Nickl übergab kürzlich eine Tasche mit Lese- und Sprachbüchern, die bei ihr nicht mehr benötigt werden. Auch diese Spende kann für den Deutsch-Unterricht benützt werden.

Nicht fehlen in der Riege der Betreuer darf Dr. Johannes Weig. Er kümmert sich um alle Bescheide, Anträge und die amtlichen Schreiben, die oft nicht einfach auszufüllen oder zu lesen sind.

Bemerkenswert ist auch die Unterstützung aus der Bevölkerung. So brachte kürzlich eine Lennesrietherin für die Asylbewerber Bettzeug und eine Matratze zu Pausch. Auch Schultaschen, Spielsachen und Kleidung werden immer wieder abgegeben. Etliche Möbel, erst vor kurzem ein komplettes Schlafzimmer und eine Einbauküche, konnten ebenfalls weitervermittelt werden. Apropos Kleidung: Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und die Betreuer könnten für groß und klein Winterjacken, Schneeanzüge und Winterschuhe für die Kleiderkammer gebrauchen.

Der Bericht über die Suche nach einem Keyboard schlug ebenfalls Wellen. Nachdem Freddie Peschke (Weiden) ein Instrument gespendet hatte, teilte Pausch mit, dass eine ehemalige Lennesrietherin, jetzt wohnhaft in Moosbach, ebenfalls ein Keyboard bei ihr vorbeibrachte. Ein Ersatzteil wird noch organisiert, dann wird auch dieses Instrument einen neuen Besitzer finden.

Viel Unterstützung gibt es auch von Bürgermeister Josef Beimler, der immer auf dem Laufenden sein möchte und stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Bewohner hat .
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