Bürgermeister: Volkstrauertag nicht als Pflichtübung sehen
Mehr Bewusstsein für Geschichte vermitteln

Bürgermeister Josef Beimler gedachte in bewegenden Worten der Opfer von Gewalt und Krieg. Bild: fla
Lokales
Waldthurn
17.11.2015
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Den Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Sebastian am Volkstrauertag gestaltete Pfarrer Marek Baron mit Diakon Janusz Szubartowiecz. In der Predigt wies Baron darauf hin, dass es nicht zu akzeptieren sei, im Namen Gottes Gewalt zu verbreiten. Danach bewegte sich ein langer Zug unter den Klängen der Trachtenkapelle Waldthurn zum Ehrenmal auf dem Kirchplatz.

"Jedes Jahr aufs Neue"

Die Grundschüler Timo Zellner und Selina Müller trugen vor dem Kriegerdenkmal Gebete vor. Bürgermeister Josef Beimler erinnerte in seiner Rede daran, dass "wir jedes Jahr aufs Neue der Soldaten gedenken, die in den Weltkriegen oder in Gefangenschaft starben oder als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren". Man könne mit Recht die Frage stellen, wer von den Unter-50-Jährigen noch etwas mit dem Begriff "Volkstrauertag" anfangen könne.

Darüber hinaus griff Beimler natürlich die Attentate von Paris und den Flüchtlingsstrom auf. "Durch Flucht und Vertreibung die Heimat zu verlieren, ist ein Erlebnis, das man nur schwer verarbeiten kann", betonte der Rathauschef. "Gedenken wir der schlimmen Ereignisse in Europa. Lernen wir daraus und vermitteln wir vor allem der jungen Generation ein entsprechendes Geschichtsbewusstsein." Nur so werde der Volkstrauertag keine reine Pflichtübung sein. Abschließend zitierte Beimler aus dem Besucherbuch einer Kriegsgräberstätte: "Es ist schön, in Frieden zu ruhen, aber es ist besser, in Frieden zu leben."
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