Bürgermeister warnt vor Verharmlosung von Gewalt
Frieden ist bedroht

Lokales
Waldthurn
16.11.2014
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Nach dem Gedenkgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Marek Baron, bewegte sich ein langer Trauerzug zu den Klängen der Trachtenkapelle Waldthurn zum Kriegerdenkmal. Die Fahnenabordnungen und Vereine nahmen Aufstellung, ebenso Bürgermeister Josef Beimler und die Gemeindevertreter. Die Viertklässler Elisabeth Beimler und Lukas Kleber trugen Gedanken zum Volkstrauertag vor.

"2014 ist ein besonderes Gedenkjahr, es erinnert an die großen Umbrüche der europäischen Geschichte", führte Beimler aus. "Der Zweite Weltkrieg und die NS-Diktatur liegen lange zurück, aber ihre Schatten reichen bis ins Heute", stellte der Rathauschef bekümmert fest. "Verwahren wir uns gegen alle Versuche der Neonazis, den Volkstrauertag für sich zu instrumentalisieren", bat er die Bürger. Auch jetzt, während man sich in dieser stillen Stunde der Trauer versammelt habe, kämpften woanders Menschen um ihr Leben oder seien in ihrer Freiheit bedroht. "Die Frage nach Krieg und Frieden ist aktueller denn je."

Auch die Gemeinde Waldthurn dürfe Flüchtlingen Hilfe anbieten und wenigstens vorübergehend das Gefühl von Geborgenheit vermitteln. "Der Volkstrauertag soll uns heute ermahnen, bedrohliche Entwicklungen oder die Verharmlosung von Gewalt zu erkennen", so Beimler. Jeder Mensch solle ungeachtet seiner Herkunft geachtet und Frieden und Freiheit geschützt werden.

Als Zeichen der Wertschätzung legten die Markträte Dr. Michael Troidl und Georg Stahl einen Kranz am Ehrenmal nieder. Es nahmen auch einige Asylbewerber am Totengedenken teil. Mit dem Lied vom "Guten Kameraden", der Bayern- und der Deutschlandhymne endete die Trauerfeier, die von den "Waldthurner Sängern" und der Trachtenkapelle Waldthurn würdig umrahmt wurde.
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