Demo-Anlage: Ölrettich sorgt als Zwischenfrucht im Wasserschutzgebiet für stabilere ...
Wunderwaffen für einen guten Boden

Lokales
Waldthurn
11.11.2014
13
0
Bereits im elften Jahr läuft die Kooperation der Landwirte mit dem Markt Waldthurn zusammen, um im Wasserschutzgebiet zwischen Lennesrieth und Albersrieth die Wasserqualität zu verbessern.

Bürgermeister Josef Beimler hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden mit dessen Mitarbeiter Martin Schreyer zur Begehung der Demo-Anlage für Zwischenfrucht im Wasserschutzgebiet eingeladen. Auch der Wasserberater der Oberpfalz, Josef Bösl, war zur Informationsveranstaltung gekommen.

Auf einem Feld von Landwirt und Marktrat Georg Bocka wurde erneut eine Anlage angebaut, die nach den Vorgaben vom AELF bestellt wurde. Teilweise wurden hier in absichtlich falscher Vorgehensweise Vegetationsstreifen angelegt, um die jeweilige Wirkung zu verdeutlichen. Senf, Phacelia, Rübsen, Bio-Max, Ölrettich, Weidelgras, und AquaPro wurden nach der Ernte der Hauptfrucht gesät.

Stoppelbrache

Ein Streifen blieb unbearbeitet als Stoppelbrache liegen. Auch die Werte nach Ausbringung von Gülle auf einer Hälfte der jeweiligen Feldstreifen wurden gemessen und bewertet. Martin Schreyer erläuterte die aktuellen Messergebnisse der Bodenproben. Ziel sei es weiterhin, die Felder nach dem Ernten zu bestellen und Saaten zu verarbeiten, die die Nitrate nicht ins Grundwasser sickern lassen, sondern über die Wintermonate in den Zwischenfrüchten speichern.

Für Bienen hilfreich

Auch für die Bienen ist diese herbstliche Aussaat hilfreich, da sich die Blüten bis zu Frösten um minus 6 Grad halten. Dem herbstlichen Landschaftsbild bietet die Vielzahl von blühenden Pflanzen ebenfalls eine willkommene Abwechslung.

Bösl ging weiter auf Erosion, Bodenqualität und die langfristige gute Bodenstruktur ein. Die lange Vegetationszeit 2014 und die starken Regengüsse müssen bei der Kultur berücksichtigt werden. Das spezielle Saatgut, welches heute ein paar Euro mehr kostet, zahlt sich im Laufe der Jahre in Form von stabilerer Bodenbeschaffenheit aus.

Speziell der Ölrettich, der sich tief ins Erdreich bohrt, diesen, durch die Ernte verdichteten , aufsprengt und nach dem Frost verrottet, schafft zusammen mit den Regenwürmern Kanäle, die das Wasser in den Boden lassen und ein Ausschwemmen vermindern. Kommunen und Landwirte, die auch mit der Problematik der Entnitrifizierung zu kämpfen haben, können sich in Absprache von AELF, dem Wasserwirtschaftsamt oder der Gemeinde Waldthurn über die Erfahrungswerte informieren. Auch für das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm KULAP in Bezug auf Wasser- und Gewässerschutz sind diese Maßnahmen wirkungsvoll. Der kontinuierlich tiefliegende Anteil von Stickstoff im Grundwasser lässt auf eine erfolgreiche Bearbeitung des Bodens im Bereich des Tiefbrunnens schließen und die Kompromissbereitschaft der Landwirte erkennen, wofür Beimler auch bedankte.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.