Denkmalschutzbehörde in München gegen einen Abriss - Der Markt benötigt jedoch Parkplätze
Altes Rathaus kostet Nerven

Lokales
Waldthurn
31.12.2014
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In der Jahresabschluss-Sitzung des Marktrats ließ Bürgermeister Josef Beimler vor 20 Zuhörern die Arbeit der letzten 12 Monate Revue passieren. Dabei kam erneut die nicht enden wollende Problematik des Abbruchs des alten Rathauses zur Sprache.

Der Gemeindechef berichtete von der Besprechung Anfang Dezember mit Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalschutz in München. Aus der Sicht Karls sei das alte Gebäude ein wertvolles Teil der Ortsgeschichte, das nicht einfach beseitigt werden dürfe.

Karl bleibt stur

Vorausgegangen war der einstimmige Beschluss des Marktrats, das alte Rathaus abzureißen, da die entstehenden Parkplätze für die Entwicklung des Orts wichtig seien. Nach den Worten des Bürgermeisters lasse sich Karl auch nach dieser Zusammenkunft nicht bewegen und wolle dem Vorhaben nicht zustimmen. Beimler wies auf die festgeschriebene Verpflichtung des Markts zur Schaffung der für das Gesundheitszentrum erforderlichen Stellplätze hin. Er möchte keinesfalls die Betriebserlaubnis für das Gesundheitszentrum gefährden.

Notariell zugesagt

"Ich habe dem Betreiber Stefan Hammerl hier 14 Parkplätze notariell zugesagt, dies lässt Herrn Karl aber kalt." Dieser sehe nur das erhaltenswerte Gebäude, das weder unter Ensemble- noch unter Denkmalschutz stehe.

Der Rathauschef sagte, der Münchner Denkmalschützer würde im Gegenzug lieber das Schwesternheim abbrechen. "In diesem Gebäude befindet sich die neue Heizung für das zukünftige Gemeindezentrum", sagte Beimler. Im alten Rathaus sei überhaupt nichts. Deshalb sei die Argumentation des Oberkonservators für das Gremium und viele Bürger unverständlich. "Sollte das Gebäude abgebrochen werden, ist das Vertrauensverhältnis zum Markt gebrochen und gibt es keine weitere Zusammenarbeit bei Projekten im Rahmen der Dorferneuerung", zitierte der Rathauschef Karl.

Dr. Christian Dümler vom Landesamt für Denkmalschutz, Dienststelle Bamberg, hatte das alte Rathaus hinsichtlich einer Einordnung als Einzeldenkmal besichtigt. Er sieht es nicht als denkmalwürdig an, an dem Gebäude sei nichts erhaltenswert, womit er den Standpunkt der Gemeinde teile. Allerdings werde er die historische Bedeutung des Hauses durchleuchten, die bei einem ehemaligen Schulhaus zweifelsfrei gegeben sei. Den Schriftsatz zur endgültigen denkmalschutzrechtlichen Einordnung werde der Markt im Januar erhalten. Der Betreiber des Gesundheitszentrum möchte im Januar oder Februar sein Café am Marktplatz eröffnen. Wenn es keine Parkmöglichkeit gibt, sieht er das Projekt gefährdet. Hammerl und die Geschäftswelt am Marktplatz seien verunsichert.

"Dramatische Züge"

Zweiter Bürgermeister Roman Bauer (FW) forderte, die Situation zu entschärfen. "Dies nimmt dramatische Züge an, und auch die Bürger sind verärgert." Stefan Grünauer (SPD) gab zu bedenken, dass der Markt bei Hammerl im Wort stehe. Am 22. Januar wird die Angelegenheit nocheinmal mit allen beteiligten Stellen besprochen, dann eine endgültige Entscheidung getroffen.
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