Echte Freundschaft

Valerii (stehend, rechts) begrüßte die Gäste mit einer kleinen Rede. Beata Markiewicz (stehend, links) übersetzte ins Deutsche. Bild: fla
Lokales
Waldthurn
24.12.2014
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Waldthurn. (fla) Weihnachten in einem fremden Land, ohne Verwandte, ohne die vielen Freunde, die man hatte - dass dies nicht unbedingt ein Grund zur großen Traurigkeit sein muss, zeigten die Familien der Asylbewerber am vierten Adventssonntag.

Wieder einmal hatten sie alle eingeladen, die ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diesmal zu einer kleinen adventlichen Feier. Im dekorierten Aufenthaltsraum hieß der Ukrainer Valerii Bobliyev die Gäste willkommen: "Wir kommen alle aus verschiedenen Ländern und haben aus ähnlichen Gründen unsere Heimat verlassen müssen." Er freute sich darüber, dass im Haus ein wunderbares Miteinander herrscht und dass alle Flüchtlinge in Waldthurn so gut aufgenommen wurden. "Alle Menschen begegnen uns freundlich - wir haben hier ein Zuhause und neue Freunde gefunden", bestätigte er. Die Aufgabe des Dolmetschens übernahm Beata Markiewicz, die auch einmal in der Woche Deutsch unterrichtet.

"Esst und trinkt"

Valerii lud alle ein: "Es steht zwar nicht ganz so viel auf den Tischen, aber esst und trinkt, was unsere Frauen vorbereitet haben." Und sie hatten Vieles vorbereitet. Mit köstlichem Gebäck und herzhaften Gerichten aus den Heimatländern der Familien wurden die Gäste bewirtet. Bereits einige Tage vorher hatten die Bewohner Wunschzettel geschrieben. Bescheidene Wünsche wurden hier geäußert - zum Beispiel ein kleines Spielzeugauto, ein neues Federmäppchen, ein Fußball, ein Füller oder eine Puppe.

Auch ein Brief an Nikolaus war dabei. Darin stand die Bitte, es Valerii und seiner Frau Ludmila zu ermöglichen, die Feiertage mit ihren beiden Söhnen, der Schwiegertochter und der Enkelin verbringen zu können.

Mit Unterstützung von Waldthurner Familien wurde es möglich gemacht, dass für jeden ein Geschenk unter dem Christbaum liegen wird. Wenn die Familien zum Teil auch anderen Religionen angehören, so respektieren sie doch unsere Religion und nehmen gerne auch an unseren Gepflogenheiten teil. "Wir werden auch die Christmette am Heiligen Abend besuchen. Dann sind wir in Gedanken bei unseren Familien in der Heimat", erzählen sie.
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