Gehirn-Turbo zünden

Lokales
Waldthurn
05.05.2015
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"Durch Eselsbrücken haben wir alle ein Supergedächtnis", behauptete der ehemalige Gymnasiallehrer Franz Probst in der Waldthurner Turnhalle. Zwei weitere Faktoren spielen jedoch eine noch wichtigere Rolle.

150 Minuten lang erntete er vor fast 150 Zuhörern für seinen Vortrag "Lernen - Gewusst wie? - Gebrauchsanweisung fürs Gehirn" viele Lacher. Eltern und Kinder aus Waldthurn, Pleystein und der näheren Region interessierten sich für das Thema. Erwachsene ertappten sich an diesem Abend, dass in ihrer Erinnerung bei den Begriffen Schule und Lernen ein mulmiges Gefühl aufkam.

Dieses Thema sei topaktuell, meinte Rektorin Tanja Willax-Nickl. Die Elternbeiräte der Bildungseinrichtungen aus Waldthurn und Pleystein hatten den Referenten eingeladen.

Jonglieren ideal

Probst ist auch als "Zauberclown Fabellini" unterwegs. So streute er immer wieder kleine Zauberstücke zur Freude aller mit ein . Der Pädagoge ist "vom Lehrer zum Clown" mutiert. "Ich hoffe, ich kann heute hier in Waldthurn den Gehirn-Turbo der Anwesenden zünden." Als ideale Übung nannte er dabei das Jonglieren. Dabei würden die beiden Gehirnhälften aktiviert.

Die Basis sei aber eine vernünftige Ernährung und entsprechende Bewegung. "Wenn diese nicht passen, können Sie Nachhilfe nehmen, bis der Nachhilfelehrer sich einen Porsche kaufen kann." Das Kind könne jederzeit mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Unterricht kommen und dabei frische Luft tanken. Probst meinte, dass manche Eltern die Schüler am liebsten mit dem Auto bis in die Aula bringen würden. "Verwöhnen Sie ihr Kind nicht. Sie bringen es um Erfahrungen." Feste Hausaufgabenzeiten wirken erleichternd - für Kind und Eltern. Probst riet den Eltern, den Fernseh- und Computerkonsum rigoros einzuschränken.

Kinder sitzen in der Schule, sitzen beim Heimfahren und sitzen bei den Hausaufgaben. So wie der Handyakku aufgeladen werden muss, müsse man auch das leere Gehirn aufladen. "Dies passiert nur durch frische Luft und Bewegung." Beim Musizieren werden die beiden Gehirnhälften zeitgleich genutzt, damit erzielten die Kinder bessere Lern-Resultate.

Der 55-Jährige behauptete, dass es hinsichtlich der Ernährung nie so schwierig war wie heute. Auch der Flüssigkeitszufuhr komme mit zuckerfreien Getränken eine hohe Bedeutung zu. "Lassen Sie sich von der dreisten Werbung der Lebensmittelindustrie nicht hinters Licht führen. "Capri-Sonne, Cola oder Paula-Pudding sind nie und nimmer gesund - seien Sie immer kritisch, was die Nahrungsmittelindustrie so anbietet." Kinder wollen auch gelobt werden. Motivation hänge mit Konzentration zusammen. "Bitte keine materiellen Belohnungen." Eine gute Schulaufgabennote motiviere viel mehr und länger, als ein Fahrrad. Probst riet zu Hausaufgaben- und Arbeitsgemeinschaften. Durch Gruppendynamik werden Kinder angespornt. Der Königsweg für ein Supergedächtnis sei es, das Erlernte sofort ins Langzeitgedächtnis zu transportieren.

Beide Gehirnhälften nutzen

Bei einigen Übungen mit der Geschichtentechnik erfuhren die Zuhörer, dass bei der Nutzung beider Gehirnhälften die Merkfähigkeit am besten ist. Vernetztes Wissen mit Eselsbrücken bewies der Lehrer schließlich, als er beispielsweise die Farben der fünf olympischen Ringe ins Langzeitgedächtnis der Zuhörer beförderte.
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