Gemeinderäte noch uneinig

Lokales
Waldthurn
05.11.2014
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Eine Diskussion entbrannte im Gemeinderat Waldthurn zum Thema Teilabbruch des alten Rathauses. Die Sanierung des historischen Kerngebäudes oder die Nutzung des ehemaligen Schwesternwohnheims als Standort für das Heimatmuseum stehen zur Debatte.

Ausführlich erklärte Architekt Rudi Meißner seine Lösungsvorschläge und die jeweiligen Kosten. Im Vordergrund stehe dabei immer die Schaffung der vom Landratsamt geforderten Stellplätze für das Gesundheits- und Pflegezentrum. Meißner bietet zwei Varianten an: 1. Totalabbruch des Rathauses, Errichtung von Stellplätzen, Umbau des Schwesternwohnheims (Kosten rund 307 000 Euro). Die zweite Möglichkeit umfasst den Teilabbruch des Rathauses, Sanierung und Abbruch des Schwesternwohnheims. Bei den Kosten von rund 410 000 Euro handle es sich um die reinen Baukosten. Es seien weder Eigenleistungen noch Förderungen berücksichtigt. Außerdem seien keine Nebenkosten eingerechnet.

Interesse lässt nach

Bürgermeister Josef Beimler gab zu bedenken, dass man die Wertigkeit des Umbaus des Museums beachten müsse: "Ausstellungen werden nicht mehr besucht - das Interesse ist allgemein geringer geworden." Hubert Stahl meinte, dass der Teilabbruch des Rathauses nach dem Vorschlag von Reimund Karl vom Denkmalschutz einen gewissen Charme habe. Man müsse aber die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten.

Alois Weig dagegen ist hinsichtlich der Kosten klar für einen Abbruch des Rathauses. Stefan Grünauer vermisst nach wie vor ein Gesamtkonzept. Außerdem meinte er: "Warum beziehen wir nicht die Teilnehmergemeinschaft mit ein, beziehungsweise fragen die Bevölkerung zu diesem Thema?" Man dürfe die Dorferneuerung nicht auf das Gesundheitszentrum reduzieren. Michael Steiner schaltete sich ein: "Man darf nicht nur auf die Kosten schauen - abgebrochen ist schnell, aber wird es dann auch wieder aufgebaut?" Man müsse genau prüfen, ob zum Beispiel das Bergmannhaus überhaupt sanierbar sei. Dr. Nikolaus Globisch sieht am Marktplatz ein generelles Problem: "Kein Anlieger wird investieren, wenn alles so bleibt wie bisher." Der Marktplatz müsse frei bleiben von Dauerparkern, forderte der Bürgermeister. Meißner erklärte, dass es das Konzept zur Dorferneuerung erst nach der Vertiefungsplanung im nächsten Jahr geben wird. Auch der Bürgermeister sprach sich dafür aus, Karl Angebote aufzuzeigen. Außerdem sei mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) zu klären, welche Fördergelder möglich wären.

Entscheidung im November

Einstimmig beschloss der Rat, die Kosten mit eventuellen Fördergeldern gegenzurechnen, Konzepte mit Zahlen zu unterlegen und beim Treffen der Fraktionssprecher mit Raimund Karl vorzulegen. Eine Entscheidung müsse noch im November fallen, sagte Beimler.

Ein letzter Alternativvorschlag von Dr. Globisch - Abbruch des alten Feuerwehrhauses, Erweiterung der jetzigen Personalparkplätze beim Rathaus und Anfrage beim Nachbarn - wird mit einbezogen. So habe man mehr Zeit, um zu überlegen, was mit dem Rathaus passieren soll.
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