Immer weniger Waldthurner

Bürgermeister Josef Beimler (links) legte in der Bürgerversammlung im Pfarrheim den Rechenschaftsbericht der Gemeinde vor. Bild: fvo
Lokales
Waldthurn
11.11.2015
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Bürgermeister Josef Beimler legte bei der Bürgerversammlung im voll besetzten Pfarrheim Rechenschaft ab. Im vergangenen Jahr hat sich der Einwohnerstand dramatisch verschlechtert. Der Bevölkerungsschwund scheint unaufhaltsam.

Mit 1957 Einwohnern liegt Waldthurn deutlich unter der 2000-Einwohner Grenze. Ein Patentrezept, um dieser negativen Entwicklung wirkungsvoll zu begegnen, gebe es leider nicht. Dies sei ein Minus von 35 Einwohnern im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Bevölkerungsentwicklung vom 1. Januar bis 9. November stehen den 12 Geburten 28 Sterbefälle gegenüber. In dieser Zeit waren 51 Zu- und 64 Wegzüge zu verzeichnen. "Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um die Bevölkerungszahl zu steigern", meinte der Rathauschef am Montagabend.

Bedenken der Fachstellen

Das Bautenverzeichnis weise elf Eintragungen für 2015 (Vorjahr 31). Hinsichtlich der immissionsrechtlichen Problematik im Neubaugebiet "Hirmesbühl" zeichne sich eine Lösung in Form eines Mischgebiet-Gürtels zwischen der künftigen Wohnbebauung und den vorhandenen Gewerbebetrieben ab. Besonders ärgerlich sei es, dass immer wieder Bedenken der Fachstellen an der Bauleitplanung auftreten. "Es wird uns sogar der Bedarf an der Ausweisung von Neubaugebieten wegen der negativen Bevölkerungsentwicklung abgesprochen. Gerade dies ist ein Teufelskreis."

Lob für Engagement

Im laufenden Schuljahr befinden sich 66 Schüler (Vorjahr 62) in nur drei Grundschulklassen inklusive einer Kombiklasse mit den Jahrgangsstufen 2 und 3. Wegen dieser Reduzierung wurde auch die Schulsekretärin abgezogen. Besonders stellte der Redner das Engagement des OWV mit Andrea Götz bei der Arbeitsgemeinschaft "Sport nach Eins" in den Vordergrund. 20 Schüler nehmen die Mittagsbetreuung in Anspruch. In der Kindertagesstätte befinden sich 51 Buben und Mädchen. Der Anteil der Gemeinde am Betriebskostendefizit für das Kindergartenjahr 2015 beträgt 69 283 Euro.

Die Sanierung des Lobkowitzschlosses könne erst nach Abschluss der Arbeiten in der Fahrenberger Wallfahrtskirche beginnen. Mit dem neuen Gemeindezentrum identifizieren sich laut Beimler die Bürger. Die reinen Baukosten belaufen sich auf 160 000 Euro. Die Parkplätze für das Gesundheitszentrum seien bisher wegen der Problematik "Abbruch altes Rathaus" nicht geschaffen worden. Auch Verhandlungen mit Grundstückseigentümern wegen Ersatzparkplätzen verliefen bisher ergebnislos.

Der Wasserverbrauch liegt bei 119 700 Kubikmetern (Vorjahr: 117 254). Die Wasserverluste erhöhten sich im Vergleich zu 2014 von 1800 auf 5480 Kubikmeter. Der Wasserpreis wird im Zuge der Nachkalkulation ab 1. Dezember 2015 von 1,46 Euro auf 1,63 Euro. Für die Abwasserentsorgung Waldthurn/Lennesrieth vermindert sich ab 1. Dezember 2015 wegen eines Überschusses die Abgabe von 1,90 Euro pro Kubikmeter auf 1,65 Euro. Für Albersrieth muss die Abwassergebühr allerdings um 0,45 Euro von 1,44 auf 1,89 Euro pro Kubikmeter erhöht werden.

Für die Neugestaltung des Dorfspielplatzes (alter Schulgarten) in Lennesrieth würden durch den Einsatz der Dorfbewohner die Kosten von bisher geschätzten 65 000 auf 25 000 Euro reduziert. Bisher seien in Spielberg keine Ergebnisse hinsichtlich ELER 2020 erzielt worden. Sollte Waldthurn im Auswahlverfahren scheitern, werde der Dorfplatz angesichts des Feuerwehrfestes 2016 auf jeden Fall hergerichtet.

Der "Gänsbürgerladen sei sehr erfolgreich. 136 stille Gesellschafter haben sich mit einer Beteiligung von rund 35 000 Euro eingebracht. Zur Sanierung des ehemaligen Bergmann-Hauses hat das Amt für ländliche Entwicklung einen Zuschusssatz von 72 Prozent zugesagt. Das Projekt "Kleine Bürgerhilfe" sei leider ausgelaufen. In Aussicht steht ein eventuelles Ersatzprogramm, Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Das Bürgerfest habe laut Beimler in diesem Jahr mit einem Überschuss von 8740 Euro abgeschlossen "So viel hatten wir noch nie." Die Kosten für die Digitalfunkgeräte liegen bei rund 17 500 Euro abzüglich der staatlichen Pauschalzuschüsse.

Die Übernachtungen sind mit 1930 im Jahr 2014 im Vergleich zu 2013 (2564) um 600 gesunken. Die Daten für 2015 liegen noch nicht vor.

Stress mit Behörden

Der Kita-Vorplatz wird neu gestaltet. Der Zuschusssatz beträgt 62 Prozent. Somit liege die Kostenbeteiligung des Markts bei 190 038 Euro. Schwierig sei oft die Zusammenarbeit mit den Fachbehörden. Es brauchte stundenlange Auseinandersetzungen, um diese beispielsweise von der Farbe des Pflasters zu überzeugen. Auf Anfrage von Josef Holfelner stellte Beimler klar, dass auch weiterhin ein Gehweg von Waldthurn nach Lennesrieth im Rahmen der Dorferneuerung geplant sei.
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