In der Stille Gott gefunden

Bürgermeister Josef Beimler sprach beim 20-jährigen Priesterjubiläum des Waldthurner Pfarrers Marek Baron (Mitte), rechts daneben Domvikar Andreas Albert. Bild: fvo
Lokales
Waldthurn
02.07.2015
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"Sie Herr Pfarrer, warum sind Sie eigentlich Priester geworden? Sie hätten doch sicher auch jemanden gefunden, der gemeinsam mit Ihnen durchs Leben geht." Diese provokante Frage stellte Domvikar Andreas Albert aus Regensburg anlässlich des 20. Jahrestages der Priesterweihe des Waldthurner Pfarrers Marek Baron.

Albert gab auch gleich eine passende Antwort: "Weil ich etwas Besseres, weil ich Gott gefunden habe." Gefeiert wurde das Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Baron wurde am 1. Juli 1995 im Dom zu Regensburg vom damaligen Bischof Manfred Müller zum Priester geweiht. Zum Jubeltag war der Domvikar aus Regensburg in den Ort am Fuße des Fahrenberg gereist.

Nach dem Kirchenzug mit Vereinen und Verbänden zog der Jubilar vom Hauptportal zusammen mit dem Festprediger Albert, Pfarrer Antony Soosai aus Neukirchen zu St. Christoph und dem Vohenstraußer Kaplan Sebastian Scherr in die Pfarrkirche St. Sebastian ein. Den Gottesdienst gestaltete der Kirchenchor unter Leitung von Josef Müllner und Heribert Kett an der Orgel. Felix Griesbach sowie Jonas Kraus spielten Trompete, Stephan Striegl und Julian Steiner begleiteten am Tenorhorn. Pfarrer Baron stellte fest, dass sein erster Dank Gott gelte, der ihn zum priesterlichen Dienst berufen habe.

"Ich bin bereit"

Albert erklärte in seiner Predigt weiter, man finde Gott nur in der Stille. Bei der Priesterweihe trat Baron damals in aller Stille vor seinem Bischof. "Haltet die Stille aus! Im Gottesdienst oder auch nur bei einem Besuch im Gotteshaus." Die Bistumsleitung sei Baron sehr dankbar, dass er in Stille Menschen mit Gott zusammenführe.

Vor zwei Jahrzehnten habe Baron vor Bischof Müller einen Blankoscheck unterschrieben und gesagt: "Hier bin ich - ich bin bereit. Ich werde auf Menschen treffen, mit denen ich Gott suchen muss." Der Domvikar gab Baron die tägliche Hausaufgabe: "Dein letzter Gedanke am Tag ist, vor dem Fenster in Stille zu sitzen und an Deine Pfarrgemeinde zu denken."

Nach der Messfeier erwartete die Gäste, Pfarrangehörige, Vertreter der Gremien, Vereine und Verbände auf dem Kirchplatz ein Sektempfang. Kirchenpfleger Max Kick beschrieb sehr launig den Priesterberuf. Baron sei seit 20 Jahren beim gleichen Arbeitgeber und beim gleichen Chef. Die Sprecherin des Pfarrgemeinderats, Birgit Bergmann, gratulierte und bewunderte, wie unverdrossen Baron seine Aufgaben löst und überreichte einen Gutschein des Pilgerbüros. "Alles hat seine Zeit", erklärte Bürgermeister Josef Beimler. Es gibt eine Zeit zu arbeiten, sich auszuruhen, zu beten und Zeit zu feiern. Im Namen der weltlichen Gemeinde gratulierte er und dankte für die gute Zusammenarbeit.

Applaus der Gläubigen

Baron dankte seinem Mitbruder Andreas Albert für dessen hervorragenden Worte der Predigt - spontan applaudierten die Gläubigen. Er werde seine Hausaufgaben machen, sich angewöhnen, nach dem Abendgebet bewusst die Pfarrgemeinde zu segnen.
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