Integration mehr als Aufnahme

Die Praktikanten Leonhard Feiler und Antonia Ebnet stellten dem Marktrat ihr Konzept für ein Integrationszentrum für Flüchtlinge vor. Bild: fla
Lokales
Waldthurn
10.11.2015
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Bürgermeister Josef Beimler hatte den Praktikanten der Gemeindeverwaltung die Aufgabe gestellt, ein Konzept für ein Integrationszentrum zu entwickeln. Nun stellten Antonia Ebnet und Leonhard Feiler den Markträten ihre Arbeit im Rathaus vor.

"Generalkonservator Mathias Pfeil vom Landesamt für Denkmalschutz sucht ja laufend Anregungen für die Nutzung alter, leerstehender Gebäude", meinte Beimler. In Waldthurn wären einige vorhanden und könnten so einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden.

Behörden entlasten

Feiler erklärte, dass der Sinn eines solchen Zentrums wäre, Flüchtlingen zu helfen und die überlasteten Behörden zu entlasten. Die Praktikanten haben sich deshalb ausführlich mit den in Waldthurn untergebrachten Flüchtlingen und einigen Helfern des AK Asyl unterhalten, um sich ein Bild der gesamten Situation zu machen. Ein möglicher Standort für das Integrationszentrum wäre das Anwesen Schlossgraben 1 (ehemalige Brauerei/Raiffeisen).

"Warum braucht man ein solches Zentrum?" Diese Frage stellte Feiler in den Raum und beantwortete sie sogleich: "Es fehlen Hilfestellungen im täglichen Leben, die die Flüchtlinge beim Zurechtfinden in der neuen Umgebung unterstützen." Somit wäre die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung erklärt. Natürlich kann dies nur in interkommunaler Zusammenarbeit und mit staatlicher Unterstützung erfolgen. Davon würden nicht nur Waldthurn, sondern auch die umliegenden Gemeinden profitieren.

Nach Gesprächen mit Matthias Warken, Leiter des Reha-Zentrums, könnte dieser sich vorstellen, den Betrieb mit geeigneten Betreuungskräften sicherzustellen. Voraussetzung wäre, dass der Freistaat oder der Bund die Betriebs- und Personalkosten übernehmen.

Die beiden Praktikanten haben ein Konzept für dieses Integrationszentrum ausgearbeitet, das neben Hilfestellungen auch weitere Aspekte, wie Nutzung von Leerständen und Erweiterung des kulturellen Angebotes beinhaltet. "Integration braucht mehr als Aufnahme und Wohnen!", lautet das Fazit von Ebnet und Feiler. Die Erfahrung zeigt, dass nach der Verteilung der Flüchtlinge durch die Behörden, diese sich mehr oder weniger selbst überlassen werden.

"Hier gibt es dringend Handlungsbedarf, sonst kann die vielbeschworene Integration nicht erfolgreich umgesetzt werden", sagte Feiler. Wertvolle Stützen sind ehrenamtliche Helfer, deren hohes Engagement anerkennenswert ist, aber leider nicht immer ausreicht, schlossen die beiden ihren Vortrag ab.
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