Kein historischer Charakter

Lokales
Waldthurn
04.08.2015
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Der nachträgliche Eintrag des alten Rathauses als Einzeldenkmal in die Denkmalliste stand in der Marktratssitzung auf der Tagesordnung. Dabei machte das Gremium seine ablehnende Haltung deutlich.

Bürgermeister Josef Beimler hatte einen Schriftsatz an das Landesamt für Denkmalpflege aufgesetzt, den er in der Sitzung verlas. Dieser richtet sich gegen einen Eintrag in die Liste. Unter anderem nennt er die vielen Um- und Anbauten, durch die der historische Charakter des Gebäudes bereits verloren gegangen sei. Außerdem wird in dem Schreiben betont, dass die Erhaltung des Gebäudes für die Kommune aus diversen Gründen unzumutbar sei. Die Räte beschlossen einstimmig, den Brief abzuschicken und somit das gemeindliche Benehmen nach Artikel 2 Denkmalschutzgesetz nicht zu erteilen.

Der Sprecher des Arbeitskreises Marktladen Waldthurn, Michael Steiner, hat die Gemeinde in einem Anschreiben um die Übernahme der Treuhänderschaft der UG gebeten. Dazu wäre eine Stammeinlage von mindestens 600 Euro, nötig. Hubert Stahl regte an, die Einlage auf 1000 Euro zu erhöhen. Dies genehmigte das Gremium ebenso einstimmig wie die Übernahme der Treuhänderschaft.

Zwei Geschäftsführer

Notarin Simone Lang hatte wegen der Gründung der Marktladen Waldthurn UG (haftungsbeschränkt) den Satzungsentwurf überarbeitet und angepasst. Als zwei gleichberechtigte, aber trotzdem alleinberechtigte Geschäftsführer werden Petra Reil und Steiner eingetragen. Als Beiratsvorsitzende werden Martin Troidl und Gerhard Kirsch genannt.

Steiner berichtete, dass bereits Personalgespräche "am Laufen" seien. Ebenso werde mit möglichen Lieferanten verhandelt. "Der Laden muss natürlich noch hergerichtet werden", erklärte der Marktrat. Das Geschäft werde auf jeden Fall "ein anderes Gesicht bekommen". Die Eröffnung ist Ende September oder Anfang Oktober geplant.

Zur Beschaffung von Lade- und Stellplätzen für E-Bikes äußerten sich das Gremium positiv. Steiner sprach für die Freien Wähler, die auf jeden Fall einen Bedarf dieser Einrichtungen sehen: "Es ist ja auch eine Aufwertung für die Gemeinde." Er plädiere für zwei Lade- und Stellplätze. Durch das Leader-Programm werden Zuschüsse von 50 bis 60 Prozent erwartet. Als mögliche Plätze wurden "Surrers Radlhütte" und der Marktladen vorgeschlagen. Dem stimmte das Gremium einstimmig zu.

Beimler gab außerdem einen kurzen Abriss über den Stand des Umbaus des neuen Rathauses. Mit 12:3 entschieden die Räte, dass bis zur Einweihung im Oktober auch die Außenfassade gestrichen werden soll. Stefan Grünauer bat um eine Auflistung der Gesamtkosten zur nächsten Sitzung.

Die Prüfung der Wasserversorgungsanlage Waldthurn habe ein paar Mängel ergeben, berichtete Beimler. Diese ließen sich aber ohne größeren Aufwand beheben. Laut Landratsamt befindet sich die Trinkwasserversorgungsanlage in sauberem Zustand. Der Behörde wird mitgeteilt, dass die Beanstandungen bis 31. Oktober 2016 behoben werden.

Zur Dorfplatzgestaltung Lennesrieth berichtete das Gemeindeoberhaupt, dass die Roharbeiten bereits ausgeführt wurden. "Wir werden wahrscheinlich keine zwei Schaukeln aufstellen können", erklärte er. Dies werde platztechnisch schwierig. Es sind Materialkosten von rund 12 000 bis 14 000 Euro eingeplant. "Ich zähle jetzt auf die Mithilfe der Lennesriether", bat der Rathauschef um Unterstützung bei den folgenden Arbeiten. Der Verwendungsnachweis müsse bis Oktober erbracht werden.

Bauanträge genehmigt

Gegen die Bauanträge von Matthias Weiß und Monika Zimmermann (Spielberg 24), Erna und Paul Stiebitz ( Albersrieth 8) und Klaus Peter Sachs (Marktplatz 15) hatten die Markträte keine Einwände. Beimler gab bekannt, dass die Firma Holfelder den Zuschlag zur Neugestaltung des Schulumfelds erhalten hat.

"36 Waldthurner nutzen das Angebot der Tafel Weiden", informierte der Bürgermeister weiter. Aus diesem Grund wird Waldthurn auch dem Verein beitreten (Beitrag: 25 Euro). Seinen Dank sprach er außerdem Georg Bocka aus. Dieser bewirtschaftet die Demonstrationsanlage Zwischenfruchtanbau zum Nitratabbau im Tiefbrunnenbereich. Zudem lobte der Rathauschef die Feuerwehr Spielberg, die den Zaun um den Wampenhofener Löschweiher erneuert hat.
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