Leerstand im Lehrplan

Bürgermeister Josef Beimler (stehend) stellte den interessierten Studenten und den Dozenten Thomas Gerstmeir (links neben Beimler) und Andreas Müsseler (rechts neben dem Bürgermeister) die Gemeinde vor. Bild: fla
Lokales
Waldthurn
21.10.2014
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Der Semesterstart der Technischen Universität (TU) München hat auch für Waldthurn positive Auswirkungen - in diesem Jahr steht nämlich unter anderem der "Leerstand in der Gemeinde" auf dem Lehrplan der Studenten.

Bereits im Sommer hatte MdB Albert Rupprecht seine Heimatgemeinde für dieses Projekt vorgeschlagen. In dieser Woche fiel nun der Startschuss für die Untersuchungen von Professor Andreas Hild (TU) und seine Studenten. Rupprecht sieht dies "als einmalige Chance", die Leerstände in Waldthurn unter die Lupe zu nehmen. "

Bürgermeister Josef Beimler empfing die Studenten der TU und die Dozenten Thomas Gerstmeir und Andreas Müsseler im Rathaus mit den Worten: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit euch und auf eure Ideen." Er stellte auch den Waldthurner "Architekten vor Ort", Rudi Meißner, vor.

Beimler ging auf die Gemeinde sowie einzelne Konzepte bereits erfolgter oder geplanter Maßnahmen ein. Er gab zu, dass manche Entscheidung dem Bürger zunächst unverständlich vorkamen. "Den Denkmalschutz habe ich völlig unterschätzt." Waldthurn sei keine reiche Gemeinde. Oft müssten die Bürger "mit ran", und es gelte abzuwägen, was erhaltenswert sei. Viele Ideen und Planungen seien bereits gescheitert, weil man keinen Investor gefunden habe oder weil die Anforderungen und Auflagen enorm waren.

Situation der Arbeitnehmer

Im Gespräch kamen Fragen zum neuen Baugebiet, zu den bereits laufenden Programmen und zur Nutzung des Marktplatzes auf den Tisch. Außerdem interessierte die Studenten die Situation der Arbeitnehmer. Beimler erklärte, dass viele Bürger in umliegende Städte pendeln. Stolz merkte er aber an: "Unsere Arbeitslosenquote liegt bei unter einem Prozent."

Die Studenten fragten nach Einrichtungen für Jugendliche und junge Erwachsene. Hier musste der Gemekindechef eingestehen, dass solche Gebäude in Waldthurn fehlen. Man habe zwar viele Vereinsangebote, aber "ein richtiger Jugendtreff wäre nicht schlecht." Müsseler erkundigte sich nach dem Pflege- und Gesundheitszentrum und der Verbindung "Denkmalschutz und altersgerechtes Wohnen". Beimler merkte an, dass das Zentrum für Ortsansässige auch für Auswärtige geplant wurde. Auch wollte man, so erklärte er, den älteren Menschen die Möglichkeit geben, in der Heimat zu bleiben und weiter am örtlichen Geschehen teilzunehmen.

18 Gebäude stehen leer

Ein weiteres Thema war die Verkehrssituation mit der Durchgangsstraße am Marktplatz. Architekt Meißner schaltete sich immer wieder ein. Er wollte den genauen Ansatz der Arbeit wissen. Müsseler erklärte: "Wohnen in der Altstadt beziehungsweise im Markt und Denkmalpflege sowie Barrierefreiheit." In der Gemeinde stünden 18 Gebäude leer, direkt am Marktplatz seien drei betroffen, erklärte Beimler. Meißner ergänzte, dass die Besitzer meist kein Eigeninteresse bekundeten. "Es gab auch diverse Versuche, Investoren zu finden", wusste der Architekt. Auch der Tourismus beschäftigte die Studenten. Beimler musste zugeben, dass dieser in den vergangenen Jahren nachgelassen habe. Nach der Gesprächsrunde sahen sich die Studenten die Gemeinde bei einem Rundgang näher an.
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