Maria Grundler feierte 90. Geburtstag - Erinnerung an gute und schlechte Zeiten
Singen die Leidenschaft

Lokales
Waldthurn
28.10.2014
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Aller guten Dinge sind drei. Zum dritten Mal in diesem Jahr gab es eine große Feier beim "Melber" am Schloßgraben 8. Dieses Mal war es Maria Grundler, die Grund hierfür bot. Vor 90 Jahren erblickte sie als Maria Bergler im "Richter-Haus" an der Rosengasse das Licht der Welt.

"Ich erinnere mich nicht mehr an alles", erzählt die Jubilarin, "mein Gedächtnis lässt mich oft im Stich". Sie weiß aber noch genau, dass sie bereits in jungen Jahren einen Steno-Kurs bei den Schulschwestern in Vohenstrauß besuchte und wegen eines Englisch-Kurses mit dem Fahrrad nach Weiden gefahren ist.

Männerjob übernommen

Schwer und schwierig war die Zeit während des Krieges: Die Männer mussten in den Krieg, die Frauen "übernahmen" deren Arbeit. So kam Grundler zur Raiffeisenkasse. 1942 wurde der damalige Rechner Josef Fürnrohr ("Balzer-Sepp") eingezogen, und sie übernahm seinen Posten. "Direkt gelernt habe ich diese Arbeit nicht - ich wurde nur eingewiesen", berichtet Grundler. Zwölf Jahre blieb sei bei der Raiffeisenkasse. Eigentlich wollte sie aber in der Haus- und Landwirtschaft arbeiten.

Mädchenjugend geleitet

Während des Krieges war auch kirchliche Jugendarbeit nicht möglich. Nach dessen Ende übernahm Grundler sofort die Leitung der Mädchenjugend in der Pfarrei. In lebhafter Erinnerung geblieben sind ihr der Europäische Jugendtag auf der Loreley 1950 und die erste Jugendwallfahrt nach Regensburg. Auch einen Jugendtreff in Rom hat sie nicht vergessen: "Mit dem Zug ging es erst nach München - dort habe ich bei einer Tante übernachtet. Am nächsten Tag fuhr ich nach Rom weiter."

1954 heiratete sie Josef Grundler. 5 Kinder, 13 Enkel und 4 Urenkel gehören heute zur Großfamilie. Regelmäßig besuchen sie die Jubilarin und schauen nach dem Rechten. Leider verstarb im vergangenen Jahr Enkelin Daniela. Urenkel Jonas sagte einmal: "Meine Mama ist aber immer mit dabei."

Eine große Leidenschaft war für Grundler das Singen. Ob Operettenaufführungen des Gesang- und Orchestervereins oder der Kirchenchor, dem sie über 60 Jahre ihre Stimme schenkte - bei allem war sie mit Leib und Seele dabei.

Zum Wiegenfest überbrachte stellvertretender Bürgermeister Hans-Peter Reil die Glückwünsche der Gemeinde. Gerlinde Müller gratulierte im Namen des Pfarrgemeinderats. Die besten Wünsche und Gottes Segen sprach Pfarrer Marek Baron im Namen der Kirche.
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