"Neuer Regierungssitz fertig"

Das Goldene Buch im neuen Bürgermeisterzimmer hatte bei der Einweihung des Rathauses gleich seinen ersten Einsatz. Bild: fvo
Lokales
Waldthurn
18.10.2015
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Zwei Tatsachen waren Josef Beimler bei der Segnung des neuen Rathauses völlig egal: dass durch sein breites Grinsen seine Lachfalten überaus deutlich zu sehen waren und dass das neue Amtszimmer des "schwarzen Bürgermeisters" früher die "rote Gruppe" des Kindergartens beheimatete.

Verwaltungsangestellte Christine Griesbach brachte es bei der Beschreibung ihrer neuen Arbeitsstätte am Samstag auf den Punkt: "Alles ist offen und auf einer Ebene sehr bürgerfreundlich und barrierefrei angelegt. Das Rathausgebäude mit den zehn Räumen strahlt eine Wohlfühlatmosphäre für die Bediensteten aber auch für die Bürger aus." Sämtliche Redner, wie Bezirkstagvizepräsident Lothar Höher oder der stellvertretende Bezirksvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags, Werner Fischer aus Bernetswald bei Regensburg, waren von der Transparenz, Freundlichkeit und Helligkeit der Räume beeindruckt.

Blick hinter die Kulissen

Zum Tag des offenen Rathauses hatte das Personal alle Büros geöffnet. Die Waldthurner ließen es sich nicht nehmen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Die Siedlerdamen bewirteten die Gäste, die auch heimlich im Bürgermeistersessel Platz nahmen. Für viele war es aus eine Reise zurück in ihre Kindergartenzeit .

Zum Festakt am Vormittag empfing die Trachtenkapelle mit Stephan Striegl die Gäste. Die Hochfürstliche Lobkowitzische Grenadier Garde mit Lokalmatador Helmut Gollwitzer stand am Eingang Spalier. "Sie sind hier, um ihre Waldthurner Untertanen zu beschützen", meinte Beimler. "Das alte Rathaus vermisse ich auf keinen Fall, aber die Gespräche mit dem dortigen Nachbarn, Kulturpreisträger Josef Müllner, fehlen mir", sagte er in seiner Ansprache.

Vor der Maßnahme, die Kindertagesstätte ins neue Bildungszentrum an die Schulstraße zu verlegen und hier das Gemeindezentrum zu installieren, gab es doch manche Kritik - am Samstag war diese wie weggeblasen. Viele Bürger waren begeistert vom Gebäude.

Man müsse nicht gerade ein Baufachmann sein, um zu sehen, dass das alte Rathaus nicht mehr den Ansprüchen eines modernen Verwaltungszentrums genügte, meinte Beimler. Die Diskussion über den Abriss sei jedoch noch nicht entschieden.

160 000 Euro Kosten

Nach den Vorgaben von Architekt Rudi Meißner in Zusammenarbeit regionaler Waldthurner Firmen wurde der Umbau von Kita und Schwesternheim zum Gemeindezentrum mit Museums- und Musikräumen in Eigenregie für 160 000 Euro realisiert. "Das neue Rathaus ist sehr schön und auch nötig", sagte zweiter Bürgermeister Roman Bauer, der die Entscheidung, die Kita ins Schulzentrum zu verlegen damals nicht nachvollziehen konnte, weil eine neue Kita keine Kostenersparnis brachte. "Erst wenn das Lobkowitzschloss saniert ist, wird sich zeigen, ob die ganzen Maßnahmen in finanzieller Hinsicht richtig waren."

Anschließend segnete Pfarrer Marek Baron das Rathaus . "Der Bürgermeister ist sehr dankbar, dass sein neuer Regierungssitz fertiggestellt ist. Ich hoffe, dass alle, die hier arbeiten, dies mit einer starken Mitmenschlichkeit tun."

"Das ganze Leben ist Wandel - etwas altes muss weichen, damit etwas neues entstehen kann", erklärte Landrat Andreas Meier. "Ich hoffe, dass dies nicht das letzte Glied in einer Kette der erfolgreichen Entwicklung der Marktgemeinde Waldthurn gewesen ist."
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