Nur noch drei Läden übrig

Lokales
Waldthurn
07.05.2015
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Heute hat Waldthurn nur mehr wenige Einkaufsmöglichkeiten, sogar der Marktladen steht in der Diskussion. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gab es dagegen noch eine Fülle von Geschäften, in denen Dinge des Alltags erhältlich waren.

Der leider früh verstorbene Günther Bergmann hat 1992 die vielen Läden aufgelistet. Ein Begriff über die Gemeindegrenzen hinaus war das Kaufhaus May am Marktplatz. Neben Gemischt- und Eisenwaren, Handwerksbedarf, Textilien, Ölen oder Fetten gab es dort auch eine Niederlassung der Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank sowie eine Tankstelle. Einkaufen konnten die Waldthurner auch beim "Klöier-Kramer" an der Hauergasse (Klier, später Grünauer) und "Beim Julerer" (Kaufhaus Wagner bei der Kirche), beim "Beckn-Zacherl" (Kick, dann Bäuml) am Marktplatz, beim "Danzer" (Bäckerei und Lebensmittel Danzer, später Wallner am Schlossgraben) oder im Lebensmittelgeschäft Willax (später Lindner, zuletzt Pappert) an der Fahrenbergstraße.

Feine Kuchen und Torten

Bekannt für feinen Kuchen und Torten war die Konditorei Ernst Zester an der Vohenstraußer Straße. Das Textilgeschäft Minarsch am Marktplatz (später Lebensmittelgeschäft Voit) bot bei Märkten Waren an. Haushaltswaren gab es beim "Stauber-Bartl" (Unger) am Marktplatz oder beim "Schlosser" (Ertl an der Bahnhofstraße), wo auch eine Tankstelle war.

Der Konsum eröffnete nach dem Zweiten Weltkrieg beim "Bock", später führte Familie Bock das Lebensmittelgeschäft weiter. Hans Bock gründete in dieser Zeit auch ein Busunternehmen. Drogerieartikel gab es in der "Baderei" Hans Bergmann, später Drogerie- und Friseurgeschäft Ludwig Bergmann.

Zu den älteren Geschäften zählen der "Bernschmied" (Kaufhaus Wild) an der Hauergasse, das 1920 eröffnete, der "Bouchbinda" (vormals Sollfrank, später Schön Agnes) an der Bahnhofstraße, der "Draxler" (Johann Gollwitzer als Bäckerei und Lebensmittelgeschäft in der Bahnhofstraße) und der "Gollwitzer-Jackl" (jetzt Bernhard Gollwitzer), eine beliebte Bäckerei am Marktplatz. Mit Fleisch und Wurstwaren verkauften der Striegl-Schorsch, Max Bergler, der "Lepold-Franzerl" oder der "Kickn-Mattl". 14 Wirtschaften hatte Waldthurn damals auch noch.

Heute sechs Wirtshäuser

Auch in den Ortsteilen war die Versorgung mit Lebensmitteln durch den "Kramer" von Lennesrieth (Familie Vitzthum), Familie Müller in Albersrieth, Familie Völkl in Spielberg und in Oberbernrieth durch den "Sparrer" (Familie Puff) gesichert. In Bernrieth gab es bereits um 1850 einen "Kramer" (Familie Müller). Übrig geblieben sind nur mehr eine Metzgerei (Bergler), eine Bäckerei (Bernhard Gollwitzer) und der Marktladen (Nicole Beer). Immerhin gibt es aber noch sechs Gaststätten.
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