Platz für acht junge Flüchtlinge

Bürgermeister Josef Beimler (links) begrüßte Sabine Lagis (Zweite von links) und einen Teil des Teams von "Willkommen e. V.", das ab Oktober acht unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Waldthurn und Bibershof betreut. Bild: fla
Lokales
Waldthurn
19.09.2015
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"Das Thema Asyl ist ja momentan in den Medien sehr präsent", weiß Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler. Auch nach Waldthurn kommen demnächst wieder Neuzugänge.

Viele Zuhörer waren zum Informationsabend mit dem Verein "Willkommen e. V." in den großen Saal des Lobkowitz-Schlosses gekommen. "Unbegleitete Flüchtlinge" lautete das Thema. Die Wohnsituation ist nun auch endgültig geklärt. Die acht Minderjährigen werden ab Oktober in einem Haus an der Siedlerstraße untergebracht, berichtete der Rathauschef.

Konzept erläutert

Die Vertreterin des Vereins "Willkommen e. V." und Leiterin der Einrichtung, Sabine Lagis, erläuterte kurz die Konzeption. Lehrer, pädagogische Fachkräfte, ein Psychologe, Ergotherapeuten und Dolmetscher betreuen die Jugendlichen rund um die Uhr. Im Gebäude in Bibershof werden sie unterrichtet, dort sind auch Sprachkurse. Außerdem ist geplant, Praktika in mittelständischen Betrieben anzubieten. Die acht Jugendlichen werden am Morgen nach Bibershof gebracht und am späteren Nachmittag wieder nach Waldthurn. Auch im dortigen Haus ist zu jeder Zeit ein Betreuer anwesend. "Wir sind kein Heim im herkömmlichen Sinn", betonte die Leiterin.

So habe man sich auch bewusst dafür entschieden, nur Buben aufzunehmen. Sie sollten vornehmlich aus einem Gebiet kommen, um Reibereien im Vorfeld einzudämmen. Die Frage nach dem pädagogischen Personal beantwortet Lagis ebenfalls: "Wir haben gezielt nach Fachkräften gesucht, die auch schon im therapeutischen Bereich gearbeitet haben." Das Team werde außerdem regelmäßig geschult. Ein Zuhörer wollte wissen, wie lange die Jugendlichen bleiben. "Wahrscheinlich bis zum 18. Lebensjahr, die jungen Flüchtlinge wollen sich ja ein eigenes Leben aufbauen."

Auch die Frage auf Kostenübernahme der Unterbringung tauchte auf. "Es läuft hier so, wie auch bei deutschen Kindern und Jugendlichen: Es wird ein Hilfeplan erstellt und über die Jugendhilfe abgerechnet", sagte die Expertin.

Eine Zuhörerin wollte wissen, was im Vergleich zum Frühling anders laufen soll. Da habe es ja nicht so gut funktioniert. Lagis erklärte, dass damals die Gruppe zu groß war und zu viele verschiedene Nationalitäten gemeinsam untergebracht wurden. "Was passiert mit einem Jugendlichen, der sich nicht an die Regeln hält?", war eine weitere Frage. Er müsse sofort das Heim verlassen.

Eine weitere Zuhörerin brachte die Bedenken einiger Waldthurner vor, die befürchten, dass Mädchen "eventuell nicht mehr sicher wären". Hier wandte Lagis ein, dass ja immer ein Betreuer vor Ort sei. Auch bei Problemen anderer Art wie Sachbeschädigungen sollen die Betroffenen sofort das Gespräch suchen. Lagis wies darauf hin, dass die Jugendlichen über den Verein versichert sind.

Die bisherigen Asylbewerber seien "mittlerweile in der Gemeinde integriert und fühlen sich wohl bei uns", fügte Beimler abschließend hinzu. Dafür dankte er allen ehrenamtlichen Helfern des Arbeitskreises.
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