Räte für billiges Bauland

Lokales
Waldthurn
06.10.2014
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Der Planentwurf von Architekt Jochen Sörgel für das Neubaugebiet "Liebmersbühl" rief bei den meisten Gemeinderäten keine Begeisterungsstürme hervor. Es gibt wohl noch Einiges nachzubessern.

Der Architekt (ghsw architekten, Hof) war erfreut über die "Empfänglichkeit" von Bürgermeister Josef Beimler für etwas anderes, etwas Besonderes: "In meiner Planung finden sie viele Grünflächen, sogenannte Gemeinschaftsgrünflächen, zwischen den Häuserzeilen." Er stellte seine Arbeit vor und beantwortete die Fragen der Gemeinderäte.

Große Bedenken

Michael Steiner äußerte Bedenken bezüglich des Oberflächenwassers: "Das Wasser wird bei Starkregen wieder in den Markt laufen." Das Problem könnte man mit Zisternen oder einem weiteren Regenrückhaltebecken beheben, so der Architekt. Hubert Stahl sah eine Schwierigkeit in den Stichstraßen: "Fahren die Müllwagen oder Baufahrzeuge da rückwärts rein?" Auch die Obstwiesen sind ihm zu großzügig geplant. "Unser Hauptziel war, billiges Bauland zu schaffen", so Stahl. Je weniger Bauparzellen, desto teurer würde aber der Quadratmeterpreis. Stahl und Bauer erklärten, man sei von rund 30 Parzellen ausgegangen. Nun müsse erst kalkuliert werden, was jetzt die Erschließung kosten würde.

Hans-Peter Reil gefiel der Entwurf gar nicht, da der landwirtschaftliche Kreuzverkehr nicht bedacht worden sei und die bestehende Straße zum "Hirmersbühl" im Winter oft verweht sein werde. Stefan Grünauer fand es allerdings eine sympathische Lösung, dass Ausgleichsflächen gleich mit eingeplant wurden. Michael Steiner bat darum, zunächst die Kosten festzustellen. Sörgel gab offen zu, dass es sich nicht um die wirtschaftlichste Planung handelt. Hubert Stahl wünschte sich eine Alternativplanung und Kostenschätzung für beide Pläne zur nächsten Sitzung.

Zum Abschluss des Energiekonzeptes des Marktes entschieden sich die Fraktionen für drei Maßnahmen. Einstimmig wurden die Ermittlung der Wärmebelastungsdichte im Ortskern, die Qualifizierung von Hausmeistern und Gebäudeeigentümern und die Umstellung der Öl- und Elektrospeicherheizungen auf regenerative Energieträger ausgewählt.

Die Möglichkeit einer interkommunalen Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden zur Verbesserung der Breitbandförderung würde sich mit der Gemeinde Floß anbieten, da diese sich bereits im Verfahren befindet und ein neues Glasfaserkabel bis nach Schönbrunn und weiter verlegt. Dies hat auch positive Auswirkungen auf die Versorgungssituation in den Waldthurner Ortsteilen Spielberg und Wampenhof. Alle Räte stimmten für diesen Plan.

Gegen die Bauanträge zum Abriss eines Nebengebäudes auf dem Anwesen Woppenrieth 12 und den Anbau an das bestehend Gebäude in der Schulstraße 17 gab es keine Einwände. Ebenfalls einstimmig wurden die Anträge zum Bau einer Lagerhalle Am Bahnhof 10 und den Abbruch eines Nebengebäudes auf dem Anwesen Spielberg 6 genehmigt.

Neue Homepage

Zur Neugestaltung der Homepage berichtete Stefan Grünauer, dass man fünf Angebote eingeholt habe. Man habe sich letztlich für die Firma Reber IT entschieden. Die Laufzeit des Vertrages erstreckt sich über ein Jahr; die Wartungskosten belaufen sich auf 25 Euro pro Monat, die Erstellungskosten betragen rund 2300 Euro.

In seinen Mitteilungen informierte Beimler unter anderem über Überschwemmungen der Straßen im Ortsteil Spielberg. Außerdem werde der Straßenabschnitt entlang des Schützenhauses und der Grundschule in das Planungsgebiet "Umfeldgestaltung des Bildungszentrums " mit aufgenommen und damit eine Förderung der Planung und des Ausbaus des Straßenabschnittes ermöglicht. Hubert Stahl brachte seine alljährliche Frage nach Erneuerung der Fließen im Feuerwehrhaus Lennesrieth vor. Beimler erklärte, dass er bereits den Auftrag vergeben hat. Georg Bocka regte an, sich Gedanken zum Lennesriether Schulgarten zu machen. Die Spielgeräte sind in sehr marodem Zustand und auch der Zaun lasse zu wünschen übrig. Dr. Globisch verkündete, dass die Planung zum "Waldthurner Marktblatt" erfolgreich verläuft. "Wenn alles so weiter geht, gibt es eventuell im Dezember die erste Ausgabe", teilte er mit.
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