Staatssekretär Albert Füracker lobt Waldthurner für Eröffnung eines genossenschaftlichen ...
Heimatliebe geht durch die Ladentür

Staatssekretär Albert Füracker (sitzend) trug sich bei der Einweihung des neuen Dorfladens ins Goldene Buch der Marktgemeinde Waldthurn ein. Bild: fvo
Lokales
Waldthurn
25.10.2015
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Eigentlich ist es eine ganz einfache Rechnung: Die Einwohner von Waldthurn können den Erfolg ihres neuen "Gänsbürger-Ladens" selbst bestimmen. Dies war die Erkenntnis bei der Segnung und offiziellen Übergabe des Dorfladens. Der Geschäftsführer des "Marktladen Waldthurn UG", Michael Steiner aus Lennesrieth, freute sich vor allem über den Besuch von Heimat-Staatssekretär Albert Füracker.

Da die Besucher im Geschäft selbst keinen Platz fanden, stieg der Festakt bei herrlichem Sonnenschein im Freien. "Unsere Bürger haben durch die finanzielle Unterstützung und den Kauf von Anteilen erkannt, wie wichtig die Grundversorgung für uns alle ist", unterstrich Steiner. Nur so könne die Marktgemeinde lebendig gehalten werden und für neue Bürger interessant sein. "Zirka 130 Geldgeber haben wir begeistern können. Sie haben 32 000 Euro als stille Beteiligte investiert."

Dass das Geld sinnvoll eingesetzt ist, sehe man am Geschäft. "Von der Gründungsversammlung bis zum heutigen Tag sind nur einige Monate vergangen." Die Verkäuferinnen Petra Wirth, Manuela Puff, Manuela Hauser, Martina Pankotsch und Doris Fröhlich hätten sich mit viel Begeisterung und Engagement in ihre neue Aufgabe eingearbeitet.

"Hilf dir selbst dann hilft dir Gott", nannte Bürgermeister Josef Beimler die Devise des Marktes Waldthurn. "Hierbleiben-Wollen ist abhängig vom Hierbleiben-Können." Als Voraussetzungen erwähnte er Wohnung, Arbeit und die Grundversorgung. Beimler bzeichnete Steiner und seine Mitgeschäftsführerin Petra Reil "Glücksgriffe", die Souveränität und Hartnäckigkeit ausstrahlten. "Meine Frau sagt, nicht nur von der Einrichtung, auch vom Sortiment her, ist das ein Superladen - da verlass ich mich drauf." Auch an den Namen "Gänsbürger-Laden" werde man sich gewöhnen.

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"Der ländliche Raum lebt. Das beweist dieses Projekt, das die Bürger selbst gestemmt haben", erklärte Staatssekretär Füracker. "Diese Einweihung ist ein Bekenntnis zur Zukunft eurer Heimat, ein wunderbarer Tag für Waldthurn."

Geld und Wohlstand machten nicht automatisch glücklich. Das gelte auch für das Konsumverhalten, meinte Füracker. Wichtig sei auch das Zusammenleben, die Gemeinschaft und Freundschaft im Dorf. "Das ist wichtiger als der letzte Euro, den man durch den Einkauf beim Großanbieter spart." Es sei nicht ganz so entscheidend, wenn 100 Gramm zwei Cent mehr kosten, denn man spart beim Einkauf vor Ort Benzin. "Wenn Heimat auf die Dauer funktionieren soll, dann müssen die Kommunen vor Ort funktionieren. Ich danke für euer Vorbild."

Willi Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung verglich die Eröffnung des neuen Einkaufsladens mit einer weiteren Perle in der Perlenkette des Marktes Waldthurn, ehe Pater Marek Baron den Segen erteilte. "Die beteiligten Genossen werden zu Kunden und Kunden zu Genossen. Was soll hier noch fehlen?"Diese Stimmungsbild war auch unter den Bürgern zu erkennen. "Besonders schätze ich das regionale Angebot", sagte eine Frau. Dr. Nikolaus Globisch aus Woppenrieth ist heilfroh: "Ohne einen Einkaufsladen ist die Gemeinde nichts. Wir brauchen dieses Geschäft ganz notwendig."

Hans-Jürgen Bergler aus Waldthurn drückt seine Überzeugung so aus: "Ich habe mich finanziell beteiligt, da ich an die Zukunft von Waldthurn denke. Die Nahversorgung ist für mich und meine Familie sehr wichtig." Werner Pankotsch nannte die Zeichnung von Anteilen "selbstverständlich". "Wir werden ja schließlich alle älter und sind froh, hier ortsnah einkaufen zu können."
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