Umbau ohne große Kosten

Lokales
Waldthurn
02.12.2014
0
0

Mit einer Übergangslösung versucht der Waldthurner Marktrat etwas Druck aus dem Problem rund um das ehemalige Schwesternwohnheim zu nehmen. Einstimmig ging diese Entscheidung jedoch nicht über die Bühne.

Die Novembersitzung des Marktrats startete etwas anders. Josef Pflaum war mit der Jugendfeuerwehr in den Sitzungssaal gekommen, um bei Bürgermeister und Räten für die Weihnachtstrucker eine kleine Spende einzusammeln. Danach stieg das Gremium in die Tagesordnung ein.

Heftige Debatte

Heftig diskutiert wurde beim Thema Verlagerung des Heimatmuseums in das ehemalige Schwesternwohnheim. Aufgrund des engen zeitlichen Rahmens für die Bereitstellung der Stellplätze für das Gesundheitszentrum, muss hier zügig eine Entscheidung getroffen werden. Nach einem Hinweis des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) wurde mit Florian Witzl (Untere Denkmalschutzbehörde, Landratsamt) Verbindung aufgenommen.

Dieser hat bestätigt, dass das Landesamt für Denkmalschutz eine negative Stellungnahme abgegeben hat. Seitens des Markts wurde Baujurist Reinhold Zapf auf die Verpflichtung zur Schaffung von Stellplätzen hingewiesen. Da aber vorher das Schwesternwohnheim und die ehemalige Kita umgebaut werden müssen, wies der Markt darauf hin, dass man eine entsprechende Rechtsgrundlage für die negative Stellungnahme vermisst.

Bei der Ortsbesichtigung am 25. November stellte Zapf fest, dass die Genehmigungsbehörde für denkmalschutzrechtliche Erlaubnisse die Untere Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt ist. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege den Abbruch des Schwesternwohnheims nicht fordern könne. Es würden auch durch den Einbau von neuen Holzfenstern keine denkmalschutzrechtlichen Belange berührt. Auch würden an der Außenhülle keine Veränderungen vorgenommen, die negative Auswirkungen auf das Lobkowitz-Schloss haben könnten.

Zapf erklärte außerdem, dass dem Markt baldmöglichst die geplante Nutzungsplanänderung genehmigt werden wird. Die geplanten Umbaumaßnahmen sind den Räten trotz allem ein Dorn im Auge. Hubert Stahl findet es in Ordnung, die Exponate des Heimatmuseums im Erdgeschoss des ehemaligen Wohnheimes sauber unterzubringen. "Aber der Ausbau im ersten Stock ist mir zu teuer", so Stahl. In diese Richtung tendierte auch Stefan Grünauer, der Schnellschüsse vermeiden möchte. Bürgermeister Beimler erwiderte: "Mir geht es darum, Kultur zu erhalten." Die oberen Räume könnten von der Trachtenkapelle und/oder den Chören genutzt werden.

Hans-Peter Reil bestätigte, dass der bisherige Proberaum für Trachtenkapelle und Blechhaufen aus allen Nähten platzt. "Auch das Pfarrheim wäre hier nur eine Notlösung, da keine Lagermöglichkeiten vorhanden sind", sagte er.

Michael Steiner fragte, wie sinnvoll die Räume im Schwesternwohnheim sind und gab zu bedenken, dass auch der Umbau des Wohnheims gut durchdacht sein will. Wichtig ist aber letztendlich, dass man mit der Verwaltung zeitnah umziehen kann und muss. Die Schaffung von Stellplätzen sitzt allen im Nacken.

Zweckmäßig nutzen

Deshalb sollte das Schwesternheim zumindest soweit hergerichtet werden, damit man die Räume zweckmäßig nutzen kann. Damit keine großen Kosten entstehen, soll möglichst viel in Eigenregie erledigt werden. Abschließend brachte es Roman Bauer auf den Punkt: "Wir sprechen hier von einer Übergangslösung, die der Bauhof stemmen kann - Alternativlösungen gibt es im Moment nicht!" Mit vier Gegenstimmen wurde dieser Vorschlag genehmigt. Einigkeit herrschte dagegen wieder beim klaren Nein, das Angebot der Sparkasse für ein Forward-Darlehen anzunehmen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Sparkasse (9729)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.