Wallfahrtsweg nicht beschädigt

Förster Thomas Parton (Dritter von links) erläuterte den Teilnehmern einer Waldbegehung am Fahrenberg die Baumfällaktion. Bild: fvo
Lokales
Waldthurn
08.10.2014
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Was ist eigentlich aus den Bedenken und Sorgen der Bürger hinsichtlich der Holzernte am Fahrenberg geworden? Die Bayerischen Staatsforsten versuchten bei einer Waldbegehung, Antworten zu geben.

Förster Thomas Parton zählte an der Rosenkranz-Kapelle am Eingang zu den "Stationen" 17 Interessierte. "Was haben wir vor zwei Jahren gesagt - wie ist die Holzernte ausgegangen?", fragte der Fachmann selbstkritisch. "Dieser Wald steht für den Waldthurner im Mittelpunkt, weil hier der Rosenkranz-Pilgerweg zum Fahrenberg, dem Heiligen Berg der Oberpfalz, durchführt". Das Stück Wald, das offiziell "Abteil Schwarzenbach" heißt, fängt an der ersten offenen Kapelle an und endet am Schutzhaus. "Das betroffene Gebiet umfasst eine Größe von 35 Hektar. 25 Prozent des Waldes - 3500 Festmeter Holzmasse - wurden in den letzten beiden Jahren geerntet. Die Holzqualität war durchschnittlich, ein Kahlschlag wurde vermieden", resümierte Parton. Man habe 20 Prozent Buchen und 80 Prozent Fichten abgesägt.

Künftig Mischkultur

Der hohe Fichtenholzpreis habe mit dem Umfang der Ernte nichts zu tun. Man wolle keine Monokultur, sondern künftig eine gute Mischung an Nadel- und Laubbäumen. Von 1992 bis 2012 habe man es versäumt, regelmäßig das entsprechende Holz "zu machen" - alle fünf bis sieben Jahre sei ideal.

Vor zwei Jahren war der Schock in der Bevölkerung groß, als bekannt wurde, dass ein Weg zum Abtransport des Holzes direkt neben dem Wallfahrtsweg verlaufen würde. Insgesamt fünf Holzvollernter-Rücke-Schneisen mit jeweils 30 Meter Parallel-Abstand wurden - nach oben verlaufend - eingerichtet. Unten gehen diese zu einer zusammen, die im gebauten Abtransportweg endet.

"In fünf bis zehn Jahren wird alles wieder verwachsen sein, die festgelegten Rückegassen sind bei der weiteren Bewirtschaftung wieder zu benutzen", erläuterte Parton. Diese wurden angelegt, um den Wallfahrtsweg nicht zu beschädigen. "Die Befürchtung, dass wir den Boden an der Stelle, an der die Rückegassen zu einer zusammenlaufen, total kaputt machen, ist nicht eingetreten", sagte der Förster. Es sei alles gutgegangen, man habe wenig Bodenverwundung, aber die Verdichtung des Untergrunds lasse sich in diesem Bereich nicht vermeiden. Auch der Abtransport sei problemlos gewesen - Straßenschäden seien nicht entstanden. "Leider erfolgte dieser meist am frühen Morgen oder am späten Abend mit einem erheblichen Lärmpegel durch die Ortschaft Waldthurn", kritisierte ein Straßenanlieger. Parton meinte, dass er auf diesen Umstand keinen Einfluss hatte, sondern die Holztransportfirmen dafür zuständig waren.

Vorgaben eingehalten

Die Vorgabe, pro Hektar mindestens zehn Totbäume zu belassen, habe man eingehalten. Wegen gesetzlicher Bestimmungen mussten viele Bäume aus Sicherheitsgründen an der Straße zum Schutzhaus entfernt werden.

Diese umfangreiche Holzernte werde nicht die letzte am Fahrenberg gewesen sein - weitere müssten und würden folgen. Nach über zwei Stunden Waldbegehung und Nachbetrachtung waren alle Fragen beantwortet. Revierleiter Parton nahm dabei kein Blatt vor den Mund.
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