Zwischenfrucht schont Wasser

Pflanzenbaufachberater Martin Schreyer (rechts) erklärte anschaulich die einzelnen Pflanzenarten. Bild: fla
Lokales
Waldthurn
18.11.2015
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Die Zwischenfrucht-Demo-Anlage im Wasserschutzgebiet weist erstaunliche Ergebnisse vor. Dabei lag heuer das Augenmerk auf spezielle Saat-Mischungen.

"Wasser ist ein Grundnahrungsmittel. Es ist das höchste Gut, das wir besonders schützen müssen", meinte Bürgermeister Josef Beimler, als er die Zuhörer an der Anlage begrüßte. Mehrere Sommer wie heuer führen zu massiven Problemen in der Trinkwasserversorgung, führte er aus. "Auch der Waldthurner Tiefbrunnen ist davor nicht gefeit." Beimler ist stolz auf die Landwirte in der Marktgemeinde, die ihr Möglichstes tun, um die Reststickstoffgehalte durch eine grundwasserschonende Landbewirtschaftung zu reduzieren.

Kooperationsvereinbarung

Pflanzenbaufachberater Martin Schreyer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden übernahm die Vorstellung der Demo-Anlage. Die Landwirte mit Flächen im Wasserschutzgebiet und der Markt Waldthurn haben bereits seit vielen Jahren eine Kooperationsvereinbarung zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung geschlossen. Ziel ist, auf freiwilliger Basis die Flächen so zu bewirtschaften, dass das gewonnene Wasser frei von Rückständen ist und einen niedrigen Nitratgehalt aufweist.

Das AELF, das Wasserwirtschaftsamt und der BBV erarbeiten und begleiten diese Vereinbarung mit den jeweiligen Bewirtschaftern. Eine der wesentlichen Verpflichtungen zur Reduzierung der Reststickstoffgehalte nach der Ernte ist der Anbau von Zwischenfrüchten. Diese werden vor dem Winter nicht umgebrochen und halten die Nährstoffe bis zum Frühjahr fest. So kann der Stickstoff von der nachfolgenden Kultur aufgenommen werden und gelangt nicht ins Grundwasser. In diesem Jahr lag das Augenmerk auf speziellen Saat-Mischungen. "Heuer war ein verrücktes Jahr und trotzdem wurde ein gutes Ergebnis erzielt", merkte Schreyer an.

Bereits im dritten Jahr hat Landwirt Georg Bocka auf seiner Ackerfläche eine Vielzahl verschiedener Zwischenfrüchte angebaut, um zu demonstrieren, welche sich in der Praxis am besten für den Anbau im Wasserschutzgebiet eignen. Angefangen von Ölrettich und Phacelia, die noch im Herbst blühen und somit das Landschaftsbild bereichern und den Bienen eine Nahrungsquelle bieten, bis zu speziellen Mischungen mit verschiedenen Pflanzenarten.

Erbsen nicht geeignet

Stickstoffsammelfrüchte wie Erbsen sollten laut Schreyer im Wasserschutzgebiet jedoch nicht angebaut werden. Der Experte ist überzeugt, dass der rechtzeitige Zwischenfrucht-Anbau eine der wichtigsten Maßnahmen zur Sicherung einer guten Trinkwasserqualität ist. Gerade Mischungen mit verschiedenen Pflanzenarten durchwurzeln den Boden auch in tieferen Schichten und verringern so den Nährstoffgehalt.

Zum Vergleich ist eine sogenannte Null-Parzelle ohne Pflanzenbewuchs in den Versuch mit integriert. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Nitratgehalt im Boden durch den Anbau einer Zwischenfrucht um 75 Prozent gesenkt werden kann. Selbst eine Stickstoffdüngung im Herbst hat kaum Auswirkung auf den Bodenstickstoffgehalt, weil die Pflanzen die Nährstoffe noch aufnehmen können.

Helmut Jahn (Wasserwirtschaftsamt) stellte fest, dass in Waldthurn viel für den Wasserschutz gemacht werde und daher die Werte "top" in Ordnung sind. Hans Winter (BBV) dankte der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten und merkte abschließend an, dass "mitarbeitende" Gemeinden häufig großes Verständnis für die Landwirte aufbringen.
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