Marktrat Waldthurn
Teer verursacht Mehrkosten

Eine böse Überraschung erlebten die Arbeiter im alten Rathaus, als sie die ersten Wände abtragen wollten. Uum Vorschein kam eine teerhaltige Feuchtigkeitsisolierung. Bild: fla
Politik
Waldthurn
27.10.2016
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Damit haben die Waldthurner Markträte nicht gerechnet: Zum Abbruch des alten Rathauses gibt es Unerfreuliches zu berichten.

Bei den Arbeiten im Erdgeschoss des Altbauteils kam unter dem Putz eine teerhaltige Feuchtigkeitsisolierung zum Vorschein, die zusätzlich mit Maschendrahtgitter überzogen war. "Dies hat den Ausbau erheblich erschwert", erklärte Architekt Rudi Meißner. Auch habe man erhöhte polycyclische aromatische Kohlenwasserstoff-Werte festgestellt. Das Material sowie der abgeschlagene Putz müssten somit gesondert entsorgt werden. Die Mehrkosten belaufen sich auf rund 8000 Euro.

"Warum wurde das vor Beginn der Abbrucharbeiten nicht festgestellt?", wollte Hubert Stahl wissen. Meißner erwiderte, dass Bodenaufbau, -beläge und Decken geprüft wurden. "Die jetzige Situation wurde beim Abtragen der ersten Wände festgestellt." Es hatte keiner damit gerechnet, dass teerhaltige Isolierungen verbaut wurden. Da die Abbrucharbeiten fortgeführt werden müssen, stimmten die Markträte dafür, die Mehrkosten zu übernehmen.

Um ein weiteres Baugebiet ging es bei einem Termin mit dem Landratsamt. Thema war die Bauleitplanung zur Erweiterung Gebietes "Am Badeweiher". Thomas Kurzka vom Landratsamt, der beim Gespräch nicht dabei sein konnte, hatte vorab mitgeteilt, dass ein schallschutztechnisches Gutachten für die Freizeitanlage und die Tennisplätze erforderlich sei. Außerdem werde ein Nutzungskonzept des geplanten gewerblichen Vorhabens hinsichtlich des Fahr- und Parkverkehrs benötigt.

Diskussion um Ladestation


Kreisbaumeister Werner Kraus hatte darauf hingewiesen, dass für den Bereich Badeweiher eine Bauvoranfrage vorliege. Dieses Vorhaben sei jedoch nur genehmigungsfähig, wenn es in den Geltungsbereich des Bebauungsplans aufgenommen werde. Das Gremium entschied sich einstimmig für die Fortführung des Vorhabens. Auch gegen die vorgelegte Planskizze des Planungsteams Assmann/Wildnauer aus Weiden hatten die Räte keine Einwände. Die in der vergangenen Sitzung vorgelegte Skizze zur Parkplatzgestaltung im Bereich des alten Rathauses hatte Architekt Meißner nach den Vorschlägen des Bauausschusses überarbeitet.

Roman Bauer sah jedoch erhebliche Mehrkosten für die Errichtung von Ladestationen für E-Bikes und E-Autos. "Für die Pkws würde ich erst später eine Station einrichten", erklärte Bauer. Da der alte Trafo abgetragen und an neuer Stelle aufgebaut werde, würde sich hier auch später noch die Möglichkeit ergeben, eine Ladestation einzurichten.

Für E-Bikes wird die Ladestation, wie bereits angedacht und bestellt, am neuen Standort des Marktladens eingerichtet. In der neuen Skizze wurde auch die vorgeschlagene Verbreiterung der Zufahrt zum Friedhof (im Bereich des alten Rathauses) berücksichtigt. Die Räte beschlossen zudem einstimmig, die Leistungsphasen 1 bis 4 bei den Ortsplanern Meißner/Wendl zu belassen. Die Teilnehmergemeinschaft (TG) Waldthurn 3 steigt ab Phase 5 ein.

Eine lange Liste an Mängeln hatte die Begehung von Kindertagesstätte und Kinderkrippe durch Architekt Meißner mit Leiterin Sonja Kick ergeben. So lassen beispielsweise Feuchtigkeitsprobleme die Gerätehäuschen schimmeln. Die Technik der Eingangstür gab Anlass zu Reklamationen. In der Verglasung der Fenstertür im Ruheraum der Krippe ist ein langer Riss entstanden. Zudem fehlen ein Sonnenschutz beziehungsweise eine Verschattung der Krippenterrasse und einiges mehr.

Nicht alles zahlen


Hubert Stahl stellte erneut die Frage nach der Übernahme der Kosten, da diese natürlich auch das Defizit "in die Höhe trieben". Georg Bocka forderte, dass die Gemeinde nicht alle Kosten übernehmen solle, da es sich bei vielen Punkten um Gewährleistungsfälle handelt. Bürgermeister Josef Beimler schlug deshalb eine Sitzung des Bauausschusses vor, zu der auch die verantwortlichen Firmen, Kirchenpfleger Max Kick und Architekt Meißner eingeladen werden. Dem stimmten die Markträte zu.

Am 30. Oktober endet bei einem Darlehen über 190 000 Euro die Zinsbindung. Eine eventuelle Umschuldung wäre möglich. Nachdem sich Kämmerer Josef Götz bei Sparkasse und Raiffeisenbank erkundigt hatte, entschied sich das Gremium einstimmig für die Sparkasse (Zinssatz 0,75 Prozent).

Marktrat-SplitterGegen die Bauvoranfrage (Neubau eines Wohnhauses im Bauhausstil mit Doppelgarage) von Sandra und Franz-Josef Ertl, München, hatte der Marktrat keine Einwände. Die Bauherren müssen aber eine Lösung für Zufahrt und Abwasser finden.

Zur Tektur des Bauantrags (Neubau eines Pflege- und Gesundheitszentrums) für das Gesundheitszentrum war Eile geboten und so wurde vorab, nach Rücksprache mit den Fraktionssprechern, das Einvernehmen erteilt. Auch das Vorhaben von Klaus Gollwitzer aus Waldthurn (Sanierung des Wohnhauses "Kühbachhof 1" mit Teilabbruch und Wiederaufbau) genehmigten die Räte einstimmig.

Bürgermeister Josef Beimler informierte, dass beim ehemaligen Bergmann-Haus die Sockelverkleidung in Angriff genommen wird. Eine Ehrung für Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung und das Ehrenamt stehe an. Er habe Hans-Peter Reil und Uli Völkl vorgeschlagen. Die Zuwendungen für Investitionsmaßnahmen im Gebiet Irlhof bezüglich des Breitbandausbaus sind eingegangen. (fla)
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