Marktrat Waldthurn
Wald soll wegen Wasser weg

Dunkle Wolken auf dem Fahrenberg über dem Bienenhaus des Hammerschmieds: Von hier soll bis zum Schnabelbrunnen und östlich bis zur Schutzhauswiese alles verschwinden. Bild: fla
Politik
Waldthurn
01.06.2016
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"Unverständlich, nicht nachvollziehbar." Bei den Markträten rief die geplante großflächige Abholzung im Gemeindegebiet Waldthurn bezüglich des Wasserschutzes der Stadt Vohenstrauß Kopfschütteln hervor.

Bürgermeister Josef Beimler berichtete in der Marktratssitzung, dass gemäß den Forderungen des Wasserwirtschaftsamts ein etwa zehn Hektar großes Gebiet ab dem Bereich der Schutzhauswiese am Fahrenberg aus Gründen des Wasserschutzes gerodet werden soll. Die Fachstellen befürchten eine Verunreinigung des Trinkwassers durch Undichtigkeiten an den Leitungen, die von Wurzeln beschädigt werden könnten.

Die Stadt Vohenstrauß wehrt sich gegen die Forderungen und möchte durch ein hydrogeologisches Gutachten die Fassungsbereiche erheblich reduzieren. Weiter informierte Beimler, dass auch der Bund Naturschutz dieses Vorhaben ablehnt. Ziel ist es, dass der Fahrenberg weiter bewaldet bleibt. "Seit Jahrzehnten wurden die Brunnenfassungen in Waldgebieten favorisiert und dabei vor allem die Bedeutung des Waldes als erhaltenswerter Trinkwasserspeicher hervorgehoben", sagte der Rathauschef. Deshalb sei das Ganze völlig unverständlich.

Roman Bauer erklärte, dass auch der ehemalige Waldthurner Wasserwart Hugo Götz die Forderung des Wasserwirtschaftsamts nicht verstehe: "Das beste Wasser kommt aus dem Wald." Einstimmig sprach sich der Rat gegen die geplante großflächige Abholzung im Bereich des Fahrenbergs aus. Gleichzeitig werden die verantwortlichen Behörden gebeten, das Ganze nocheinmal zu überdenken.

Container werden verlegt


Mit einer Gegenstimme beschloss das Gremium die Verlegung des Containerplatzes am Bauhof. Da die Firma Holzbau Riedl ihren Platz vor der neuen Halle herrichten möchte, müssen die Abfall-Behälter weichen. Als möglicher Standort wurde in der Bauausschuss-Sitzung der Bereich der Kläranlage diskutiert. Letztendlich kamen die Mitglieder des Ausschusses jedoch überein, dass die Container an der Stirnseite der Vereinshalle aufgestellt werden sollen. Auch werde eine Einzäunung, ähnlich wie in Albersrieth, dafür errichtet. Grüngut soll ebenfalls wieder angeliefert werden können.

Beimler wollte außerdem wissen, ob der Altkleider-Container noch benötigt wird. Michael Steiner verneinte dies, da in Waldthurn zweimal im Jahr eine Altkleidersammlung organisiert werde. "Wir sollten den Platz sauber herrichten, der Kleidercontainer kann weg", meinte Steiner.

Hans-Peter Reil warf diesbezüglich ein, dass der zweite Container-Platz (alter Fußballplatz) immer mehr zur Müllhalde verkommt. "Ich würde den Standort zentralisieren, eine Anlaufstelle mit festen Öffnungszeiten", fand er. Der Bürgermeister regte an, das Gespräch mit den Anwohnern um den alten Fußballplatz zu suchen und, je nachdem was die Gespräche ergeben, den zweiten Standort eventuell aufzulösen.

Ein weiterer Punkt betraf die Beauftragung von Oberpfalz TV mit der Aufzeichnung einer Musikantensendung im Herbst. Der Sender möchte mit der Trachtenkapelle Waldthurn in Zusammenarbeit mit Lothar Höher als Moderator mehrere Musikstücke als Hinweis und Werbemaßnahme für das Heimatfest aufnehmen und senden (Pauschalpreis rund 2300 Euro). Höher würde dafür aber gerne mehrere Gruppen miteinbeziehen. Es werde einige Sendetermine geben, ein bis zwei davon eventuell noch in diesem Jahr. Der letzte Beitrag würde kurz vor dem Heimatfest ausgestrahlt werden. Beimler schlug vor, hier auch den Unterausschuss "Werbung" heranzuziehen. Die Räte genehmigten die Aufzeichnung einstimmig.

Faktor festgelegt


Ebenfalls einstimmig ging der Antrag auf ganzjährige Anwendung des Gewichtungsfaktors 2 bei Kindern unter drei Jahren der Kindertagesstätte St. Josef durch die Katholische Kirchenstiftung durch. Der Marktrat muss den Gewichtungsfaktor beschließen, damit die Förderung beantragt werden kann. Die Genehmigung ist Voraussetzung dafür, dass Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden können. Sie muss jährlich erteilt werden.

Haus der BäuerinZur Sanierung und Ortsverschönerung in Spielberg berichtete Beimler über die Bauausschusssitzung bezüglich der Erneuerung der Fenster und der Haustüre beim Haus der Bäuerin. Nach einer Besichtigung mit Vertretern der Ortschaft kamen die Mitglieder des Ausschusses überein, dass Schreiner Alfons Härtl zwei neue Holzfenster (einfachste Ausführung) einbaut, die nicht zu öffnen sind. Außerdem sollte eine Haustür aus Kunststoff eingebaut werden (Kosten etwa 1500 Euro). Hier legte Härtl ein Veto ein. Er wird eine Haustür anfertigen, die jedoch die geplanten Kosten nicht überschreiten darf. Außerdem wird der Eingangssockel zur Vermeidung der Regenwasserzuflüsse erhöht. Dem stimmte das Gremium geschlossen zu. (fla)
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