Ackerwildkraut-Wettbewerb 2016
Zweiter Preis für den Kühbachhof

Stolz zeigt Klaus Gollwitzer (Mitte) seine Urkunde des Wildkraut-Wettbewerbs. Dazu gratulierte Bürgermeister Josef Beimler (rechts). Bild: fvo
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Waldthurn
04.10.2016
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"Ich bin stolz, dass es trotz zunehmender Intensivierung der Landwirtschaft Leute wie Klaus Gollwitzer gibt, die das Thema Ackerwildkräuter nicht außer Acht lassen", erklärte Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler. Er sei stolz, dass der zweite Preis im Ackerwildkraut-Wettbewerb in die Marktgemeinde gegangen ist.

Der Waldthurner Klaus Gollwitzer, betreibt die Äcker des insgesamt 20 Hektar umfassenden Kühbachhofs direkt neben seiner "Surrers Radlhütte" als Nebenerwerbslandwirt. Über das Internet ist er auf den Wettbewerb aufmerksam geworden. Mit einem Winterroggenfeld, das mittlerweile abgeerntet ist, nahm er teil. Prompt schrammte er in der Kategorie "konventionell" knapp am Sieg vorbei.

Vergangene Woche reiste Gollwitzer mit seiner Freundin Karina Humig zur Preisverleihung nach Regensburg. Dort bekam er im Gasthaus "Alte Linde" einen 200-Euro-Gutschein für einen Aufenthalt in einem Biohotel.

Der Ackerwildkraut-Wettbewerb fand heuer zum zweiten Mal in einem der bayerischen Regierungsbezirke statt. 2014 war Unterfranken an der Reihe. Er ist ein Gemeinschaftsprojekt von Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Bund Naturschutz (BN), dem Deutschem Verband für Landschaftspflege (DVL) und den bayerischen Ökolandbauverbänden. Die Regierung Oberpfalz unterstützte den Wettbewerb finanziell.

35 Landwirte hatten mitgemacht, 11 konventionelle und 24 ökologisch wirtschaftende. Auch Äcker, die noch nicht über das Vertragsnaturschutzprogramm eine besondere Förderung erhalten, wurden gemeldet. Bei der Preisverleihung würdigten Regierungsvizepräsident Walter Jonas und Dr. Annette Freibauer, Institutsleiterin der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, die Verdienste der Bauern, die durch ihr Engagement die immer blütenärmer werdende Agrarlandschaft bereichern.

Biodiversität pur


Beate Krettinger, Geschäftsführerin der Landschaftspflegeverbände Bayern, und Marion Ruppaner, Agrarreferentin beim Bund Naturschutz, hoben hervor, dass die Landwirte, die ihre Äcker noch extensiv bewirtschaften, wertvolle Dienstleistungen für die Biodiversität erbringen, und die Agrarförderung künftig immer stärker in Richtung gesellschaftlicher Leistungen umgebaut werden müsse.

"Wir müssen gemeinsam weiter vorankommen in Sachen Ackerwildkrautschutz, denn inzwischen ist in Deutschland mindestens ein Viertel der etwa 350 zur Ackerbegleitvegetation zählenden Pflanzenarten gefährdet", unterstrich Ruppaner. "Das Getreide ist für eine Biogasanlage gedacht, wenn da zwischendrin etwas blüht, schadet es nicht", meinte der 35-jährige Gollwitzer.

Im Juli 2016 fand eine Begehung vor Ort am Kühbachhof bei Frankenrieth durch eine Flächenbesichtigungskommission statt. "Im August führten wir den Winterroggen samt Ackerwildkräuter einer Biogasanlage als Ganzpflanzensilage-GPS zu", erklärte der Preisträger. Bis dorthin konnten sich durch Gollwitzers Bewirtschaftung beispielsweise Bienen an den 42 Ackerwildkrautarten wie Acker-Zahntrost, Ackerröte, Einjährigen Knäuel und Kornblume laben.
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