Altarweihe erst im September
Fahrenberg: Obwohl Innensanierung noch nicht beendet ist, startet am Sonntag,1. Mai, das Wallfahrtsjahr

Bis zum letzten Drücker laufen die Arbeiten in der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg, damit am Sonntag pünktlich das Wallfahrtsjahr eröffnet werden kann. Bis zum endgültigen Abschluss der Innensanierung werden der Ambo und der neue Volksaltar bis 11. September unter einer Holzverkleidung geschützt. Bild: fvo
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Waldthurn
30.04.2016
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Fahrenberg. Jeder, der seine Nöte und Sorgen unter den Schutzmantel Mariens stellen will, kann dies nun wieder in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem Fahrenberg tun. "Wir beginnen am 1. Mai die Wallfahrt, weil die Leute darauf warten und sich danach sehnen", erklärt Pfarrer Marek Baron.

Zum Wallfahrtsbeginn wird aber alles etwas anders sein, denn der neue Altar mit Ambo ist noch nicht geweiht. Die Konsekration erfolgt erst am 11. September durch Bischof Rudolf Voderholzer.

Zelebrant am Hochaltar


Bis dahin sind der neu positionierte Ambo und Altar zum Schutz mit einer Holzabdeckung und einer weißen Husse versehen, die Gottesdienste werden am Hochaltar zelebriert. "Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen", erklärt Kirchenpfleger Max Kick. Trotzdem sei die "fahrenberglose Zeit" endlich vorbei.

Am Sonntag, 1. Mai, startet um 8.45 Uhr die Fußwallfahrt ab dem Kirchplatz in Waldthurn zum Fahrenberg. Um 10 Uhr beginnt der Eröffnungsgottesdienst, den der Waldthurner Chor "Tonart" musikalisch umrahmt. (Hintergrund)

Veranschlagte Kosten werden eingehaltenWie Bautechnikerin Petra Reil vom Architekturbüro Rudolf Meißner erklärt, habe man trotz der noch ausstehenden Arbeiten den Zeitplan eingehalten. Vor einem Jahr begann die Innenrenovierung. Schon nach kurzer Zeit mussten die Arbeiten am 15. Mai 2015 für eine überraschende archäologische Maßnahme unterbrochen werden. Beim Öffnen des Kirchenbodens traten die Überbleibsel der gotischen Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit den Pfeilerfundamenten eines in der Oberpfalz einmaligen Nonnenchores und Reste eines Grabes samt Skelett zum Vorschein. Die Fundamentreste im Kirchenraum legten Experten unter der Leitung des Archäologen Dr. Mathias Hensch nach Dokumentation bis zu einer Tiefe zum geplanten Bodenaufbau frei. Die Beschreibung archäologischen Funde und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse zur Geschichte werden in zwei Schautafeln an der Rückseite der Kirche dargestellt.

"Nach Abschluss der Arbeiten stellten wir die Bodensituation für die Sanierung her", sagte Architekt Rudolf Meißner. Man habe dabei einen wasserdurchlässigen Einkornbeton eingebracht. "Dieser Spezialbeton stellt eine offene Konstruktion dar, überdeckt zwar alles, wirkt aber nicht absperrend." Neben den baulich-technischen Maßnahmen folgten umfangreiche restauratorische Sanierungen an der Ausstattung und der Raumschale der Kirche. So wurden das Grundmauerwerk saniert, der schadhafte, veralgte und salzbelastete Innenputz am Mauerfuß abgeschlagen, das Mauerwerk freigelegt, gereinigt und ein Feuchtregulierungsputz angebracht.

Am Südeingang der Kirche ist durch die Absenkung der Stufen ein ebenerdiger, barrierefreier Zugang möglich. In Sachen Elektroinstallation ist das Gotteshaus nun auf dem neuesten Stand der Technik. Die beiden Seiteneingangstüren wurden erneuert und die Seitenaltäre, Kanzel, Kirchenbänke und Kommunionbank fielen ebenfalls unter die restauratorischen Maßnahmen.

In der vergangenen Woche konnten laut Architekt Meißner die Raumschalenkirchenmaler ihre Arbeiten an den Apostelleuchter-Medaillons wegen der vorherrschenden Kälte nicht abschließen. Zwei Beichtstühle und einige Innentüren sowie die Restauration des Hochaltars werden zu Wallfahrtsbeginn ebenfalls noch nicht fertig sein.

Das voraussichtliche Ende der gesamten Maßnahme ist laut Architekt im September. Die veranschlagten Kosten der Innensanierung in Höhe von 1,16 Millionen Euro werden nicht überschritten. (fvo)
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