Fakten aus dem Forstbetriebsgutachten für Waldthurn
Mehr Laub auf der Wunschliste

Forstdirektor Gerhard Hösl (links) hatte neues Kartenmaterial im Gepäck, als er mit Forstoberinspektor Sebastian Höllerer (rechts) das Forstbetriebsgutachten zu Bürgermeister Josef Beimler (Mitte) ins Rathaus nach Waldthurn brachte. Bild: fla
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Waldthurn
11.11.2016
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Der Wald verändert sich. Ein Blick auf die vergangenen 20 Jahre macht es deutlich: Nadelbäume werden weniger, dafür erhöht sich die Zahl von Laub- und Edellaubholz. Das Forstbetriebgutachten für den Markt Waldthurn liefert aber noch weitere Fakten.

Im Vergleich der Baumartenverteilung von 1995 zu 2015 stellt es fest, dass sich der Anteil der Nadelbäume von über 75 Prozent auf etwa 57 Prozent, davon überwiegend Fichtenbestand, verringert hat. Der Anteil von Laub- und Edellaubholz hat sich jedoch von knapp 25 Prozent auf 43 Prozent erhöht.

Diese Ergebnisse erbrachte das Forstbetriebsgutachten für den Markt Waldthurn. Zur Übergabe waren Forstdirektor Gerhard Hösl (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) und Forstoberinspektor Sebastian Höllerer (AELF Weiden) ins Rathaus gekommen. Markus Fritsch (Forstbüro Ostbayern) hatte bereits vor einiger Zeit Daten zum Kommunalwald geliefert. "Seitdem hat sich aber nicht viel geändert", merkte Hösl zum jetzigen Gutachten an.

Die Forstbetriebsfläche beträgt rund 15 Hektar, die Gesamtfläche ist genau 16,36 Hektar groß. Der Einschlag beläuft sich auf 111 Festmeter, das heißt durchschnittlich 7,5 Festmeter pro Hektar. "Dadurch ist auch die Nachhaltigkeit gesichert", wirft Höllerer ein. Der Ist-Zuwachs liegt im Moment bei 138 Festmetern.

Verjüngungsplanung


Für den Forstoberinspektor Höllerer sind auch die rund zwei Hektar Pflegeflächen zur Jungbestandspflege wichtig. Knapp 4 Hektar betragen die Flächen für die Jungdurchforstung und 2 Hektar stehen für die Altdurchforstung zur Verfügung. Hösl stellte fest, dass der Kommunalwald bereits jetzt gut "laubholzbetont" ist, aber langfristig noch mehr auf Laubgehölze gesetzt wird.

Momentan beträgt der Anteil von Edellaubhölzern (Esche, Bergahorn, Nuss, Spitzahorn) 13 Prozent. Dies wolle man in Zukunft noch erhöhen. Das Gutachten beinhaltet außerdem die Altersklassenverteilung, eine Verjüngungsplanung und das allgemeine Bestockungsziel.

Natürlich werden in dem Gutachten auch Probleme angesprochen, zum Beispiel müssten vorhandene Rückeweg-Teilstücke verbunden werden. Auch auf die Verkehrssicherungspflicht am Radweg wird hingewiesen. Am Jahresende wird Höllerer die Planung für das kommende Jahr weitergeben. "Der Wald ist nicht die Haupteinnahmequelle einer Gemeinde, aber hier in Waldthurn ist immer etwas übrig geblieben", wusste der Fachmann. Bürgermeister Josef Beimler dankte für die ausführlichen Erläuterungen: "Die Gemeinde kann den Wald nicht alleine bewirtschaften, deshalb bin ich froh über die Entscheidung, dies mit dem AELF zu machen." Abschließend lud er Höllerer ein, in einer der kommenden Marktratssitzungen dem Gremium die Forstbetriebsflächen, seine Planungen und anderes vorzustellen.
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