Festakt im Waldthurner Rathaus für Bundesverdienstkreuzträgerin Gerlinde Müller
Sonniges Gemüt nie verloren

Gerlinde Müller (vorne, Mitte) verewigte sich im Goldenen Buch. Bürgermeister Josef Beimler und Pfarrer Marek Baron (vorne, von rechts) sowie viele weitere Ehrengäste würdigten das Engagement der Bürgerverdienstkreuz-Trägerin. Bild: fvo
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Waldthurn
30.05.2016
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"Ich danke dem lieben Gott, dass er mir meine Tanja geschenkt hat", sagte Gerlinde Müller beim Festakt im Rathaus. Seit der Geburt 1985 ist ihre Tochter auf ständige Hilfe angewiesen. Durch einen offenen Rücken ist die junge Frau behindert. Die Sorge um ihr Kind ist für die fürsorgliche Mutter, deren Mann Hans 2009 starb, selbstverständlich.

Neben Theresia Meckl aus Spielberg hatte Mitte April eine weitere bewundernswerte Waldthurnerin von Bundespräsident Joachim Gauck für ihr soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten (wir berichteten). Zum Eintrag ins Goldene Buch hatte Bürgermeister Josef Beimler viele Gäste und die Geehrte mit ihrer Familie geladen. Auch der VdK mit Kreisvorsitzendem Josef Rewitzer und Heinz Greim vom Ortsverband gaben der Bundesverdienstkreuz-Trägerin die Ehre.

"Gerlinde Müller stand nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens, ließ sich ihr sonniges Gemüt aber nie nehmen", brachte es Beimler auf den Punkt. Wer so viel Energie und Nächstenliebe zeige, habe das Bundesverdienstkreuz verdient. Pfarrer Marek Baron bewunderte die Pfarrgemeinderats-Schriftführerin und nannte sie eine selbstlose Frau voller Demut und Bescheidenheit.

Rewitzer freute sich besonders, dass dieser Festakt in einem barrierefreien Rathaus über die Bühne gegangen war. "Wir alle sind stolz auf Sie, denn nur ein kleiner Kreis von Bürgern erhält diese höchste Auszeichnung des Staats." Der VdK-Kreisvorsitzende nannte Müller einen "Leuchtturm für soziales Engagement". Ihr Wirken sei ein Zeichen für gelebte Menschlichkeit.

Müller dankte zum Abschluss für so viel Ehre. Nur durch das Zusammenwirken aller, der Familie und auch der Gemeinde, die einen entsprechenden Weg zum Haus eingerichtet habe, sei es möglich gewesen, dass aus ihrer Tochter ein junge berufstätige Frau geworden sei, die sogar selbst Auto fahre. Kraft habe ihr aber Tanja selbst gegeben. In schweren Zeiten tröstete die junge Frau ihre Mutter, indem sie ihr versicherte, dass hinter den schwarzen Wolken immer die Sonne scheint. "Ich war und fühle mich nicht allein, Gott liebt mich und ist immer bei mir", sagte Müller unter großem Applaus aller Beteiligten.
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