Interesse an klassischer Musik wecken
Opernhaus öffnet seine Pforten

Klassische Musik ist nicht langweilig, sondern kann sogar Spaß machen. Das merkten die Waldthurner Grundschüler beim "Zauberflöten"-Workshop. Bild: fvo
Vermischtes
Waldthurn
20.12.2015
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Damit hätten die vier Schülerinnen am Freitagmorgen nicht gerechnet: Auf einmal standen sie bei der Aufführung der Zauberflöte selbst auf der Bühne.

Einige der jungen Schauspieler aus der dritten und vierten Klasse der Grundschule waren bereits auf das Projekt eingestimmt und wussten von ihrem Auftritt. Die Dirigentin Hanna Hörig und die drei Hofdamen Anna Heimann, Elisabeth Beimler und Luisa Neuber erfuhren aber erst 45 Minuten davor, dass sie als Darsteller dabei sind. Und alle machten es echt klasse.

Der Vorhang der großen Turnhallen-Bühne blieb verschlossen, denn die Inszenierung der Kindermitmachoper war direkt als eine Art "Zauberflöten"-Workshop mitten unter den Zuschauern. Zu Gast am "Waldthurner Opernhaus" waren Lucia Kim und Gregor Braun von der Kinderoper "Papageno" aus Wien. Sie erklärten den Mädchen und Buben, dass es für Wolfgang Amadeus Mozart eine echte Herzensangelegenheit gewesen sei, knapp vor seinem frühen Tod die "Zauberflöte" zu komponieren.

Musikalisches Wunderkind


Gut vorbereitet waren die Waldthurner Opernbesucher allemal. Sie wussten, dass der Komponist 1756 in Salzburg geboren, als ein musikalisches Wunderkind galt. Braun erklärte, dass "KV" nicht "kannst vergessen" sondern "Köchelverzeichnis" heißt und eine Übersicht der Werke des berühmten Komponisten liefert. Unter Einbeziehung der Kleinen als Darsteller wurde das Stück pädagogisch und künstlerisch in Szene gesetzt. Die beiden Wiener waren äußerst einfallsreich, um den Schülern Mozart und die klassische Musik näher zu bringen.

Zur Geschichte: Prinz Tamino (Jonas Feiler) wird im Zauberwald von einer Schlange verfolgt. Die Schlange, bestehend aus sieben Waldthurner Kindern mit Max Kaufmann als Kopf, kroch furchterregend durch den Zauberwald am Fahrenberg. Er fällt in Ohnmacht, die Schlange aber wird von drei Damen, Helferinnen der Königin der Nacht, getötet.

Papageno, ein Vogelfänger, gibt sich Tamino gegenüber als Retter aus und wird für seine Lüge mit einem Schloss vor dem Mund bestraft. Tamino verliebt sich in das Bildnis der Tochter der Königin der Nacht, Pamina - abwechselnd gespielt von Paulina Stahl und Emilie Seibolt. Die Königin erzählt ihm jedoch, dass Pamina von einem angeblich bösen Zauberer namens Sarastro (Sebastian Daubenmerkl) geraubt worden wäre, und verspricht ihm ihre Tochter, wenn er sie befreien würde.

Papageno, der inzwischen von seiner Strafe erlöst wurde, soll dabei behilflich sein. Als Unterstützung erhalten die beiden als Zauberinstrumente eine Flöte und ein Glockenspiel. Mit deren Hilfe erreichen Tamino und Papageno nach allerlei Prüfungen, Intrigen und Versuchungen auch ihr Ziel. Der Plan der Königin der Nacht, den weisen Sarastro umzubringen, scheitert. Das Glockenspiel verwandelt überdies ein altes Weiblein in die junge hübsche Papagena und so wird Doppelhochzeit gefeiert. "Wir hatten selten so gute Darsteller und ein so aufmerksames Publikum wie hier in Waldthurn", schwärmte Braun am Schluss. Auch viele Eltern hatten sich Zeit genommen und genossen das Spiel in vollen Zügen.

"Nun weiß jeder, warum diese Oper 'Die Zauberflöte' heißt", erklärte Rektorin Tanja Willax-Nickl. "Ihr werdet euch an so manche Mathematik-, Deutsch- oder auch Religionsstunde später nicht mehr erinnern. Das Opernhaus Waldthurn werdet ihr so schnell aber nicht vergessen."
Ihr werdet euch an so manche Mathematik-, Deutsch- oder auch Religionsstunde später nicht mehr erinnern. Das Opernhaus Waldthurn werdet ihr so schnell aber nicht vergessen.Rektorin Tanja Willax-Nickl
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